Saiprakashana Buchclub

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mandala_1  Fragen und Antworten / Dezember-Januar mandala_1

STIMMT ES, DASS ES GEISTER GIBT UND DASS SIE MANCHMAL SOGAR MENSCHEN BELÄSTIGEN?

FRAGE III

Swami! Wir haben gehört, dass es Geister gibt und dass sie manchmal sogar Menschen belästigen. Stimmt das?

 

ANTWORTRT

Swami: Du bist Arzt und weißt von der Existenz von Mikroorganismen wie Bakterien und Viren, die mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind, und doch existieren. Sie verursachen Krankheiten und Infektionen bei Menschen. Was für Menschen infizieren sich mit diesen Mikroorganismen?

Devotee: Nun, diejenigen, die ein schwächeres Immunsystem haben.

Swami: Genau ‒ es sind diejenigen, die schwach sind, die sich infizieren. Ähnlich verhält es sich mit denjenigen, die aufgrund mangelnder geistiger Stärke schwach sind. Sie werden von den Geistern angegriffen und leiden darunter. Hingabe und Glaube helfen den Menschen, eine starke geistige Einstellung zu haben, die wie eine Immunität gegen solche Geister wirkt.

Devotee: Ich verstehe das, Swami, aber ich habe auch gehört, dass wir die Welt um uns herum erschaffen. Wenn wir also nicht an Geister und Gespenster glauben, hilft uns das, unbeeinflusst zu bleiben?

Swami: Wenn du nicht an Mikroben glauben willst, bedeutet das, dass sie für dich aufhören zu existieren? Nein, ganz und gar nicht. Sie werden weiterhin existieren. Die Welt um uns herum wird von unserem Geist erschaffen, denn unser Geist zieht die Dinge entsprechend seiner Beschaffenheit zu sich. Ein positiver und reiner Geist zieht positive Dinge an, während ein negativer und unreiner Geist negative Dinge zu sich zieht. Auf diese Weise erschaffen wir unsere Welt um uns herum ‒ aufgrund der Art unseres Geistes. Diebe werden sich mit Dieben anfreunden und Heilige werden Heilige anziehen.

Werde aus der Hingabe an Gott heraus rein und positiv und so von innen heraus stark.

02. Februar 2017, Singapur

Wie können wir mit Gruppendruck an unseren Schulen und Universitäten umgehen?

FRAGE II

Ein großes Problem in unseren Schulen und Universitäten ist der Gruppendruck, dem sogar einige der besten und klügsten Studenten ausgesetzt sein können. Wie können wir damit umgehen? Bitte gib uns eine Führung, Swami!

 

ANTWORTRT

Swami: Gruppendruck gibt es nicht nur in der Schule. Es gibt ihn in den Büros eurer Eltern, in euren Gemeinden, es gibt ihn überall. Denn als soziale Lebewesen, die wir Menschen sind, stehen wir immer unter Gruppendruck.

Wir schauen uns immer um und beobachten, wer wie viel leistet und wie wir es besser machen können. Und wenn wir es nicht besser machen als die anderen, wird auf uns herabgeschaut. Das ist nicht neu und es passiert nicht das erste Mal. Es ist so, seit die Menschen Ehrgeiz und Wünsche entwickelt haben. Es war schon immer so. Wie geht man nun als Einzelner damit um, wenn man in eine solche Situation gerät?

Die Wahrheit ist, dass du deinen eigenen Maßstab für deinen Fortschritt haben solltest und das sollte dich selbstbewusst genug machen. Schau – dein Selbstvertrauen kommt von innen und nicht dadurch, dass Du jemanden im Außen übertroffen hast. Bist Du deshalb ein selbstbewusster Mensch? Nein. Denn früher oder später wird dich wieder jemand überflügeln. Was wird dann mit deinem Selbstvertrauen geschehen? Es wird wieder zunichte gemacht werden.

Definiere also deine eigenen Maßstäbe. Sei dein eigener Wettbewerb. Sei deine eigene Beurteilung. Wie war ich? Wie ich bin? Wie will ich sein?

Setze dir deine eigenen Ziele und Maßstäbe. Sobald du das tust, wird sich alles andere finden.

Solange du dich aber umsiehst und dir Sorgen machst, ob du für die Menschen um dich herum alles richtig machst, wirst du deinen Platz in der Gesellschaft nicht finden. Denn dann definieren andere diesen Platz für Dich. Was du sein sollst. Wie du sein sollst. Du musst dir selbst eine Definition geben – Das ist es, was ich bin. Ich bin mein eigener Wettbewerb. Ich bin mein eigener Maßstab. Das muss ich verstehen.

Das gilt überall für deine Bildungsstandards und all deine anderen Aktivitäten. Selbst wenn es einfach nur um Güte geht, um Spiritualität, um deine Einstellung zum Dienen. In jeder Hinsicht solltest du deine Maßstäbe definieren.

Die meisten Menschen, die es in der Welt zu etwas gebracht haben, haben sich nicht umgesehen, weil sie keine Zeit damit verschwendet haben, sich zu vergleichen. Sie konzentrierten sich vielmehr und richteten ihren Fokus nach innen, setzten sich ihre eigenen Ziele und Maßstäbe und arbeiteten darauf hin. Und sie erreichten ihre Ziele.

Gruppenzwang wird es immer geben früher oder später, in größerem oder kleinerem Ausmaß. Es wird ihn überall geben.
Heute machst du deinen Abschluss und du beginnst einen neuen Job oder gründest ein Unternehmen. Auch dort wirst Du Gruppenzwang erfahren. Die Welt ist nie zufrieden und wird dir immer suggerieren, dass es noch mehr gibt. Hinterfrage dich sich also selbst Setze deine Maßstäbe. Kümmere dich nicht darum, was andere denken, wenn du gut bist.

Früher oder später wird die Gesellschaft es wahrnehmen und dich dafür respektieren, was du wirklich bist.

So solltest du mit Gruppenzwang umgehen.

Q&A / Education for All – 12.02.2022

Wieso bin ich selbst nach der Meditation oder dem Mantra Rezitieren ängstlich?

FRAGE I

Swami, ich leide seit meiner Kindheit an einer Angststörung und manchmal fühle ich mich selbst nach der Meditation oder dem Mantra Rezitieren noch ängstlicher. Woran kann das liegen und was kann ich dagegen tun?

 

ANTWORTRT

Swami: Interessanterweise definiert Shankaracharya diesen Teil „Padam“ in der Katha Upanishad, über die wir gesprochen haben. Dort heißt es:

Na ashanta manaso vapi (Adhayay 1, Valli 2, Vers 24)

 ‒ „Dies kommt nicht zu jenen, die keine Geduld haben, darauf zu warten.“

Die Menschen wollen jetzt meditieren und in 10 Minuten soll dann die Selbstverwirklichung geschehen. „Ich habe nicht den ganzen Tag um zu meditieren. Komm schon, ich muss die Selbstverwirklichung jetzt erlangen“

Aber so funktioniert es nicht.

Woher kommt also diese Angst nach einer Yoga- oder Meditationssitzung?
Sie entsteht, weil es eine große Erwartung an diese Sitzung gibt, an ein sofortiges Ergebnis, das nicht eintreten wird. Es ist ein langwieriger Prozess.

Man sollte sich darauf vorbereiten, indem man seine Erwartungshaltung von Anfang an richtig setzt. Wenn Du das tust, wird sich Deine Angst langsam beruhigen. Wenn man riesige und unrealistische Erwartungen hat und nicht auf die Ergebnisse warten will, wird man noch ängstlicher.

Definiere deine Erwartungen richtig und akzeptiere, wenn du langsamer bist als andere ‒ akzeptiere es ‒ Es ist in Ordnung.
Denn nicht jeder kann ein Usain Bolt sein. Nicht jeder kann ein geborener Läufer oder ein geborener Schwimmer sein.

Das ist deine Fähigkeit ‒ akzeptiere es.
Setze deine Erwartungen richtig und realistisch, dann wird sich deine Angst beruhigen.

Aus Sadgamaya ‒ Towards the Truth