mandala_1 Auszüge aus den göttlichen Reden / Juli2021 mandala_1

Göttlicher Besuch in Australien

01. Januar 2015

 

 

Mā kuru dhana jana yauvana garvam
harati nimeshāt kālah sarvam
māyā mayam idam akhilam hitvā
brahmapadam tvam pravisha viditvā

(Seid nicht stolz auf euer Vermögen, eure Freunde und Jugend; denn die Zeit kann sie in einem Augenblick wegnehmen. Erreicht in dem Wissen, dass diese ganze Welt nur eine Illusion ist, die Lotosfüße Gottes.)

Ihr schlaft und träumt alle. Während ihr träumt, seht ihr, dass ihr nach Puttaparthi gefahren seid. Ihr geht in die Western-Kantine und nach einem guten Frühstück habt ihr Meinen Darshan. Ihr trefft all eure Freunde aus vielen anderen Ländern. Ihr plaudert mit ihnen, fühlt euch sehr glücklich und kehrt dann den ganzen Weg nach Australien zurück.

Plötzlich klopft es an der Tür. Ihr öffnet die Tür und werdet euch bewusst, dass ihr euch nicht einmal einen Inch aus eurem Bett fortbewegt habt – aber im Traum seid ihr Tausende von Meilen gereist, den ganzen Weg nach Indien, und habt etwas erlebt, das euch so wirklich vorgekommen war, dass der Geschmack von dem, was ihr dort gegessen habt, noch immer auf eurer Zunge liegt! Ihr könnt noch immer die Freude empfinden, mit euren Freunden in Indien zusammengetroffen zu sein und den Ᾱnanda von Swamis Darshan empfangen zu haben – aber ist das wirklich geschehen? Wenn es nicht tatsächlich geschehen ist, warum ist es im Traum so wirklich erschienen? Als ihr geträumt habt, habt ihr gedacht, dass es real war. Euch war nicht bewusst, dass es ein Traum war. Ihr wart in ihn vertieft, lebtet ihn.

Was lässt euch denken, dass das, was sich jetzt ereignet, kein Traum ist? Wenn ihr aus diesem Traum erwacht, werdet ihr etwas über eine andere Realität erkennen. Ich habe immer gesagt: „Das Leben ist ein Traum, realisiert ihn.“

Vor vielen Jahren hat John Hislop Mich gefragt: „Swami, wenn das ganze Leben ein Traum ist, wer bist dann Du?“

Ich habe gesagt: „Ich bin der Löwe in deinem Traum, der brüllt, um dich aufzuwecken! Ich bin der Wecker. Ich bin das Klopfen an der Tür, das euch bewusst werden lässt, dass ihr träumt, dass es Zeit für euch ist, aufzuwachen und aus dem Traum herauszukommen.“

Was ist Zeit im Zusammenhang mit einem Traum?

Heute seid ihr alle hier und feiert nach dem westlichen Kalender Neujahr 2015. Was ist neu in dem Neuen Jahr? Im Traum seid ihr den ganzen Weg gereist und zurückgekommen. Wenn ihr wirklich reisen würdet, würde das nicht nur viel Zeit und Aufwand erfordern, sondern euch auch eine Menge Geld kosten, während ihr in eurem Traum sofort hin- und zurückreisen konntet. Was ist dann Zeit? Wenn das nicht real war und dies Wirklichkeit ist, warum ist das so real erschienen?

Um die Wahrheit zu sagen: Zeit existiert nicht. Im Traum habt ihr ein anderes Konzept von Zeit empfunden – wie ihr all den Weg nach Puttaparthi gereist seid, gegessen, Menschen getroffen, Darshan empfangen habt und zurückgekommen seid. Ihr denkt heute in diesem Konzept der Zeit. Die letzte Wahrheit ist jedoch, dass das ganze Leben ein Traum ist; ihr müsst euch dessen bewusst werden und in die Wirklichkeit erwachen.

Gott nimmt die Form eines Avatars an, um an eure Tür zu klopfen und euch aus eurem Schlummer aufzuwecken, um euch erkennen zu lassen, dass die Wirklichkeit sich von dem unterscheidet, was ihr wahrnehmt. Ihr denkt alle, dass ihr der Körper seid, und weil der Körper so viele Dinge benötigt, müht ihr euch ständig ab, diesen gerecht zu werden. Der Körper ist nur ein Instrument, genauso wie dieses Mikrofon. Ohne den Redner kann das Mikrofon die Rede nicht liefern. Der Redner ist es, der das Mikrofon das machen lässt, was von ihm erwartet wird. Es ist der Geist (mind) hinter dem Körper, der den Körper so handeln lässt, wie es ihm gefällt. Der Geist ist wie der Puppenspieler und der Körper ist wie eine Marionette – von sich aus kann er gar nichts machen. Der Geist ist es, der seine Gebote durch den Körper ausführen lässt.

Um Ᾱnanda, die Glückseligkeit in euch, zu erkennen, müsst ihr euren Geist genau unter Kontrolle haben. Es liegt in der Natur des Geistes, euch immer nach außen zu ziehen, ihr müsst den Geist aber nach innen lenken. Der Geist ist der Schlüssel für die Tür – wenn ihr ihn in Richtung zur Welt dreht, wird sie verschlossen; wenn ihr ihn zu Gott dreht, wird sie entriegelt. Wenn sie aufgeschlossen ist, könnt ihr die Tür öffnen – und Ich warte auf der anderen Seite. Sperrt Mich nicht ein und geht weg. Benutzt euren Geist, um die Tür zu entriegeln und kommt herein; Ich warte auf euch.

Heute ist nur dem Kalender nach ein Neues Jahr. Es gibt euch nichtsdestoweniger eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie ihr euer vergangenes Jahr verbracht habt und wie ihr das jetzige verbringen werdet, um eine goldene Zukunft zu gestalten. In Wirklichkeit ist jeder einzelne Moment neu, nicht wahr? Habt ihr jemals den nächsten Moment erlebt, bevor er eingetreten ist? Nein! Jeder einzelne Moment, der zu euch kommt, ist neu. Er sagt euch immer wieder, dass Gott euch vertraut, dass Gott noch immer an euch glaubt, deshalb schenkt Er euch einen neuen Moment zu leben und diesen Moment zu nutzen, um Gott zu erreichen.

Verschwendet ihn nicht! Wie lange kann Gott euch weiterhin Gelegenheiten geben, wenn ihr sie nicht nutzt? Er kann es vorziehen, sie denen zu geben, die sie gut nutzen. Unterschätzt deshalb nicht die Macht der Zeit, obwohl Zeit auf der höchsten Ebene nur eine Illusion ist.

Wenn man in Australien ist, muss man australische Regeln befolgen; wenn man in Indien ist, muss man sich an indische Regeln halten; wenn man in Amerika ist, muss man amerikanische Regeln einhalten. Wenn ihr in einem Traum lebt, müsst ihr in genau derselben Weise den Regeln des Traumes gehorchen – und in diesem Traum, ist Zeit wichtig. Verschwendet nicht eure Zeit! Je eher ihr aus dem Traumzustand erwacht, umso eher werdet ihr Frieden finden, umso eher werdet ihr eure Realität erkennen. Sobald ihr eure Realität erkannt habt, solltet ihr anderen helfen, auch ihre Realität zu erkennen.

Australien, 01. 01. 2015