Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / April-Mai  mandala_1

Bedeutet es, dass wir uns weiterentwickeln, WENN DIE LEICHTIGKEIT IN UNS IMMER GRÖSSER WIRD?

FRAGE III

Nachdem wir die Lehren von ‚Master the Mind‘ und der ‚Kaṭhopaniṣad‘ gehört und praktiziert haben, sind wir bis zu einem gewissen Grad in der Lage, die Selbstidentifikation loszulassen und die göttliche Energie anzunehmen, die durch uns wirkt. Dann fühlen wir uns sofort viel leichter, sobald wir diese Lehren in die Praxis umsetzen. Wenn wir das kontinuierlich tun, wird diese Leichtigkeit immer größer. Bedeutet das, dass wir uns weiterentwickeln?

ANTWORTRT

Swami: Ja. Euer ständiger ungestörter Friede ist das Maß für euren spirituellen Erfolg. Dieser Friede, diese Leichtigkeit sollte immer da sein und bleiben, ohne verwässert oder gestört zu werden ‒ denn man kann sich nicht weiter vervollkommnen. Absoluter Frieden ist das Höchste. Man kann diesen absoluten Frieden nicht mehr verbessern. Man kann nicht friedlicher werden als der Friede Gottes.

Ich habe das bereits erlebt – Ich weiß also, dass es so ist.

Ihr solltet diesen Frieden die ganze Zeit über spüren. Jedes Mal, wenn ihr ihn nicht spürt, wisst ihr, dass ihr abgewichen seid, dass ihr euch entfernt habt. Deshalb müsst ihr dafür sorgen, dass ihr immer wieder in den Zustand des absoluten Friedens zurückkehrt.

Singapour, Youth Meet April 2022

Swami, wie können wir zu jeder Zeit Gleichmut bewahren?

FRAGE II

Swami, wie können wir zu jeder Zeit Gleichmut bewahren?

ANTWORTRT

Swami: Gleichmut ist sehr einfach. Wenn ihr etwas kontrollieren könnt, habt ihr keine Sorgen. Wenn ihr etwas nicht beeinflussen könnt, macht es keinen Sinn, euch Sorgen zu machen. So oder so: Durch Sorgen wird nichts erreicht.

Wenn ihr immer die Kontrolle behalten könntet und die Dinge so machen könntet, wie ihr wollt, dann könntet ihr euren Frieden haben. Aber das ist nicht möglich. Zu erkennen und zu akzeptieren, dass es bestimmte Dinge gibt, die ihr nicht kontrollieren könnt, wird euch daher Frieden finden lassen:

Akzeptanz führt zu Gleichmut.

Ihr könnt nicht alles auf dieser Welt nach eurem Willen haben. Genauso wie ihr euch nicht immer ändern und Dinge so machen wollt, wie andere es haben wollen, könnt ihr nicht erwarten, dass die Dinge immer so eintreffen und Menschen sich immer so verhalten, wie ihr es wollt. Akzeptiert diese Dualität – manchmal Freude, manchmal Leid; manchmal Schmerz, manchmal Vergnügen – das ist die Natur der Welt, die Natur der Menschen um euch herum und die Natur von euch selbst. Die Akzeptanz dieser Tatsache wird euch großen Frieden bringen.

Seid euch vor allem vollkommen darüber im Klaren, dass alles in Übereinstimmung mit Gottes Plan geschieht. Auch Dinge, die in einem bestimmten Moment nicht richtig zu sein scheinen, sind Teil von Gottes Plan für euer eigenes Wohl.

Vollständiger Glaube und Hingabe an Gott wird euch in einen Zustand des Gleichmuts versetzen. Ihr seid dann in der Lage, das Gute, das euch widerfährt, als Gottes Segen anzunehmen und die nicht so guten Dinge oder Ereignisse als Gottes Art und Weise, euch etwas zu lehren.

Gott lehrt euch im Leben bestimmte Dinge durch Menschen, Umstände und Situationen. Er unterzieht euch danach einer Prüfung, damit ihr erkennen könnt, wie viel ihr gelernt habt und wie sehr ihr durch das Erlernen neuer Dinge weiter wachsen könnt. Auf diese Weise ist das Leben eine ständige Reise, ein ständiger Unterricht, der von Gott – durch die Menschen, Situationen und Umstände um uns herum – erteilt wird. Sobald ihr erkannt habt, dass weder die Freude noch der Kummer von Dauer sind, werdet ihr Frieden finden.

Inmitten von Schmerz und Schwierigkeiten solltet ihr eigentlich glücklich sein, denn so wie der Tag auf die Nacht folgen muss, müssen gute Zeiten auf schlechte folgen. Wenn es gute Zeiten gibt, tut euer Bestes, um demütig zu bleiben, denn sie werden früher oder später nicht so guten Zeiten weichen. Dieser Kreislauf wird immer weitergehen.

Die Erkenntnis, dass alles nach dem Willen Gottes und zu eurem eigenen Wohl geschieht: Diese Erkenntnis wird euch Gleichmut verleihen. Gleichmut wiederum wird euch Glück schenken. Alle Dinge im Leben sind nur vorüberziehende Wolken. Vergnügen kommt, Schmerz kommt; der Tag kommt, die Nacht kommt; Freude kommt, Kummer kommt. Alles kommt und geht. Nur Gott bleibt: Er ist jenseits der Zeit. Vertrauen und Glauben an Gott zu haben und sich Seinem Willen zu überlassen, wird euch helfen, zu allen Zeiten Gleichmut zu bewahren.

Lächelt durch eure Sorgen hindurch

Chihuahua, Mexiko, 22.06.2016

wieso haben wir immer das Gefühl, dass die Dualität siegt?

FRAGE I

Auch wenn wir versuchen, Gott in Allem zu sehen und Einheit in der Vielfalt zu praktizieren, haben wir immer das Gefühl, dass die Dualität siegt. Könntest Du uns bitte helfen, dieses Dilemma aufzulösen?

ANTWORTRT

Swami: Die Natur der Welt ist Dualität. Es ist natürlich, dass Wasser ein Gefälle herabfließt. Es ist jedoch schwierig, Wasser gegen ein Gefälle nach oben zu pumpen.

Darum ist es für jemanden, der eine weltliche Sichtweise und einen weltlichen Fokus hat, ganz natürlich, Diversität, Dualität oder Unterschiede zu sehen. Alle gehen diesen Weg, denn es ist das Einfachste, was man tun kann und die einfachste Art, sich treiben zu lassen.

Wer jedoch gegen den Strom und in Richtung der Einheit schwimmen will, muss härter arbeiten und sich gegen die üblichen Verhaltensweisen stemmen, indem er den Dingen, die euch dazu zwingen die Unterschiede wahrzunehmen ‒ den weltlichen Wünschen, dem Egoismus, der Individualität und dem Ego eine Vision gegenüber stellt.

Ihr solltet an den Prinzipien festhalten, für die Ihr steht und nicht den niederen Vorstellungen von Trennung, Unterschieden und Dualitäten nachgeben.
Es liegt in eurer Hand, diese Gefühle, von denen Swami gesprochen hat, zu erfahren, zu verstehen und mit ihnen umzugehen.

Wenn ihr an der Wahrheit festhaltet und im Dharma bleibt, während ihr fest daran glaubt, dass der Dharma euch beschützen wird, so dass ihr keinen Schaden nehmt, dann wird der Dharma dafür sorgen, dass das Richtige getan wird, auch wenn es nach und nach oder erst irgendwann geschieht.

Das Festhalten am Dharma ist sehr wichtig. Wenn ihr an Einheit glaubt, wenn ihr an Zusammengehörigkeit glaubt, dann haltet an diesen Gefühlen fest und lasst euch nicht auf engstirnige, egoistische Unterschiedlichkeiten ein, die andere predigen mögen.

Wahrlich, wenn ihr in eurer Überzeugung stark seid, werden sich die Dinge für euch ändern.
Lasst euch nicht zu leicht von der Denkweise oder dem Druck anderer Menschen beeinflussen.

Deshalb müsst ihr für eure Prinzipien und Werte einstehen. Tigrett hat das Gleiche gesagt. Manche fangen mit großem Idealismus an, geben dann aber aufgrund des Drucks der anderen, sich anzupassen, nach. Das führt dazu, dass ihr euren Idealismus und eure Begeisterung aufgebt, was nicht richtig ist. Man muss bereit sein, auch allein da zu stehen, wenn man das Richtige tut.

Was ist, wenn andere nicht auf eurer Seite sind? Selbst wenn ihr allein seid – Wenn ihr das richtige tut, müsst ihr dabei bleiben und dürft nicht vom Weg abkommen, nur weil ihr euch der Masse anschließen wollt.

Das ist der Moment, an dem ihr euch von der Masse abhebt. Denkt wie Jesus und haltet euch an die Prinzipien, die Swami lehrt. Zweifellos werdet ihr früher oder später einen Wandel wahrnehmen – in eurer Umgebung und selbst bei den Menschen um euch herum.

Malaysia, 11. August 2017