Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / Juli-August  mandala_1

Wir alle streben in unserem Leben nach Erfolg. Warum sind manche erfolgreicher als andere?

FRAGE III

Wir alle streben in unserem Leben nach Erfolg. Warum sind manche erfolgreicher als andere? Wir alle streben danach, gute Taten zu vollbringen, mehr zu tun als das, was wir im Moment tun. Was bestimmt den Erfolg eines Menschen?

ANTWORTRT

Swami: Die Situationen sind vorhanden, die Möglichkeiten sind vorhanden. Das ist die eine Seite. Es kommt auf den Fokus an. Worauf man sich konzentriert, ist das, was man bekommt. Du gehst auf den Markt und siehst dort eine Menge Dinge. Was du kaufen willst, ist das, was du kaufst.

Sagen wir, ich gebe dir 100 Dollar. Du kannst sie für das ausgeben, was du willst. Genauso habe ich dir dieses Leben gegeben, 100 Jahre. Du kannst mit diesen 100 Jahren alles machen.

Manche konzentrieren sich vor allem auf das Geschäft und das gelingt ihnen. Einige konzentrieren sich auf Wohltätigkeit, und das klappt. Manche konzentrieren sich auf ihr Bankguthaben und das schaffen sie auch. Worauf man sich konzentriert, ist das, was man bekommt.

Ravana wurde so mächtig, weil er sich darauf konzentrierte. Sein Bestreben war es, Macht und Wissen zu erlangen, aber er hat keinen Charakter entwickelt. Auch Hiranyakashipu war ein großer und mächtiger König. Er konnte durch den Raum reisen. Er war ein großer Wissenschaftler. Er konzentrierte sich auf all das, aber nicht auf Hingabe. Das ist es also, was er erhielt. (Hiranyakashipu hasste die Götter und wurde durch den 4. Vishnu-Avatar Narasimha getötet – Anm.d.Red.)

Die Welt gibt dir nur das, wonach du strebst.

Satsang mit Familie Kodai – Singapur – 01. Februar 2020

Ist der Atma, der sich im Herzen befindet, das ganze Herz oder ist er nur so groß wie ein Sandkorn?

FRAGE II

Wir wissen, dass der Atma kleiner als das Kleinste und größer als das Größte ist. Ein einziges Sandkorn hat über hundert Milliarden Atome. Ein Atom besteht aus einem Kern und Elektronen, die ihn umgeben. Wenn man den Kern auf die Größe eines Tischtennisballs aufbläst, befinden sich die Elektronen, die ihm am nächsten sind, ungefähr zwischen den Städten New York und Los Angeles. All der Raum, der dazwischen liegt, ist so, wie ich Dich, Swami, wahrnehme − unsichtbar. All dieser leere Raum ist für mich unsichtbar.

Ist der Atma, der sich im Herzen befindet, das ganze Herz oder ist er nur so groß wie ein Sandkorn? Oder ist es das unendlich Kleine, ohne Ende? Ich glaube, dass Er unendlich klein ist, ohne Ende. Und in diesem leeren Raum, den wir mit den Augen wahrnehmen können, der aber mit unserem Verstand schwer zu fassen ist − dort sehe ich, dass wir alle eins sind und es keinen Unterschied gibt.

Ich sehe auch, dass die Anhaftung an die Welt eines der größten Hindernisse ist, dies zu erkennen. Wir sehen all diese Dinge im Fernsehen, werden so materialistisch und haben das Gefühl: „Ich will dies“ und „Ich will das“, anstatt zu erkennen: „Ich bin Das“.

Was mich verwirrt, ist das Böse in der Welt. Ich weiß nicht, auf welche Weise Du das erreichen wirst, aber ich weiß, dass wir mit Deiner Gnade, die durch uns wirkt, ewigen Frieden haben werden.

ANTWORTRT

Swami: Atma ist wie Luft. Luft durchdringt alles. Sie ist im kleinsten Bereich bis hin zu den größten Feldern vorhanden. Luft durchdringt alles. Alles ist in der Luft. Die Luft ist in allem. Das ist die Natur des Atma.

Wenn du den Topf zerbrichst, werden die Luft im Inneren des Topfes und die Luft außerhalb des Topfes eins. Wenn du den Topf verschließt, kannst du die Luft als „Luft im Topf“ und „Luft außerhalb“ definieren. Diese Anhaftung an sich selbst und der Glaube, dass man nur der Körper ist, führt zu all diesen Unterschieden.

Wenn du diese Anhaftung aufgibst, dann erscheint alles als eins. So einfach ist das. Der Körper ist nur der Behälter – ein Gefäß, in dem der alles umfassende Teil Gottes, der Paramatma (Gott), als Jivatma (die individualisierte Seele) eingekapselt ist. In dem Augenblick, in dem die Anhaftung an den Körper verschwindet, werden Jivatma und Paramatma eins und es gibt nur noch den Einen, der existiert. Wir sind es, die die Unterschiede erschaffen.

Angenommen, es gäbe hier keine Wände ‒ diese Halle und der Raum draußen wären eins. Die Wände definieren diese Halle als Halle und das Draußen als leeren Raum. In ähnlicher Weise haben wir diese Mauern der Körperanhaftung errichtet, durch die wir uns voneinander unterschieden fühlen. In dem Moment, in dem wir dies aufgeben, sind alle gleich. Jesus sagte: „Alle sind eins, mein lieber Sohn, sei allen gleich“, weil er diese Wahrheit verstand.

Der Weltfrieden wird kommen, wenn du in Frieden bist. Wenn du nicht in Frieden bist, kann es keinen Frieden in der Welt geben. Man kann in einem Ashram sitzen und trotzdem ruhelos sein. Man kann auf dem Markt sitzen und trotzdem in Frieden sein. Wenn ihr einmal inneren Frieden erlangt habt, werdet ihr Sein Spiegelbild überall sehen. Auch der äußere Frieden wird eintreten. Innerer Friede kann nur dort entstehen, wo Gedanken, Worte und Taten eins sind. Wenn dies der Fall ist, wird ein enormer Frieden herrschen. Es gibt keinen Frieden, wenn man etwas denkt, etwas sagt und etwas anderes tut. Wenn du alles zu einer Einheit machst, wirst du inneren Frieden haben. Dann wirst du auch im Außen in Frieden sein. Es ist nicht die Natur, die Lärm macht. Es ist nicht Gott, der Lärm macht. Es sind die Menschen, die Lärm machen. Es sind die Menschen, die in Frieden sein müssen, nicht die Natur, oder Gott. Wenn du mit dir selbst im Frieden bist, wirst du diesen Frieden auch auf die Menschen um dich herum übertragen. Dieser Frieden wird nur dann eintreten, wenn du dasselbe denkst, sagst und tust. Wenn du denkst, dass du göttlich bist, sagst, dass du göttlich bist und Dinge tust, die göttlich sind, dann wirst du Frieden in dir selbst und Frieden in der Welt da draußen erlangen.

Öffentlicher Satsang in Sunnyvale, USA – 16. Juni 2015

Wie können wir dieses ständige ganzheitliche Bewusstsein entwickeln?

FRAGE I

Wir versuchen, in beständigem umfassenden Bewusstsein zu verweilen. Wir versuchen, auf unsere innere Stimme zu hören. Manche Tage sind gut, aber viele Tage sind nicht so gut. Insbesondere Tage, an denen wir Probleme bei der Arbeit, mit der Familie, Verwandten, Freunden oder Kollegen haben, sind nicht so gut, wie die Tage, an denen wir glauben, spirituell ausgerichtet zu sein. Wie können wir dieses ständige ganzheitliche Bewusstsein entwickeln?

ANTWORTRT

Swami: Übung ist das Geheimnis. Ihr wurdet nicht mit der Fähigkeit geboren, zu schreiben, oder zu lesen. Als ihr angefangen habt, lesen zu lernen, habt ihr Buchstabe für Buchstabe gelesen und dann habt ihr Wörter gebildet. Langsam, Wort für Wort, habt ihr Sätze gelesen und langsam, durch das Lesen der Sätze, konntet ihr ein ganzes Buch lesen. Heute seid ihr so schnell, weil ihr ständig übt.

Um in den Zustand des Friedens zu gelangen, ist beständige Übung erforderlich. Das geht nur, wenn ihr euch kontinuierlich nach innen wendet, um den Grund hinter allem, was geschieht, zu sehen. Das Gute geschieht aus einem bestimmten Grund. Das was geschieht und das ihr für schlecht haltet, hat einen Grund. Erkennt, was Gott euch zu lehren versucht, und dann werdet ihr Frieden finden.

Wenn ihr seht, dass etwas geschieht, das euch nicht gefällt und glaubt, dass es an anderen liegt und nicht an Gott, verliert ihr diesen Frieden. Wenn ihr jedoch daran glaubt, dass es Gott ist, der solche Dinge durch andere tut, um euch daraus lernen zu lassen, dann werdet ihr in Frieden sein. Ihr werdet euch ständig bewusst sein, dass Gott derjenige ist, der alles, was um euch herum geschieht, tut, um euch etwas zu lehren.

Der einzige Weg, dies zu entwickeln, ist Übung.

Öffentlicher Satsang in Sunnyvale, USA – 16. Juni 2015