Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / Oktober-November  mandala_1

Was können wir tun, um unseren freien Willen mit Karma und dem Willen Gottes zu harmonisieren?

FRAGE III

Swami, bei den Ereignissen, die im Leben eintreten, gibt es drei Komponenten: Den freien Willen von Menschen, Karma und Göttlichen Sankalpa (Willen). In Anbetracht der Tatsache, dass der Wille Gottes davon der wichtigste
ist, stellt sich die Frage: Was können wir tun, um unseren freien Willen mit Karma und dem Willen Gottes zu harmonisieren?

ANTWORTRT

Swami: Jeder, der in diese Welt geboren worden ist, ist durch die Regeln dieser Welt gebunden.

Die Frage ist: Wer führt die Handlung aus? Ist es der Mensch in diesem Körper und Geist  – oder ist es das Göttliche, das in diesem Körper verhüllt ist, das dies tut? Wenn ihr glaubt, dass es der Mensch ist, der die Handlung ausführt, dann könnt ihr es ‚menschlichen Willen‘ oder ‚freien Willen‘ nennen. Wenn ihr die Haltung einnehmt, dass es das Göttliche ist, das die Handlung ausführt, dann könnt ihr es als ‚Göttlichen Willen‘ bezeichnen.

Die Wahrheit ist, dass es nur einen Willen gibt – keine zwei. Der Wille des Göttlichen ist es, dass alle Menschen ‚freien Willen‘ haben sollten: eine Wahl, sich zu entscheiden, welcher Betrachtungsweise sie folgen wollen. Das bedeutet, dass ihr entweder die Ansicht vertreten könnt, dass alles durch das Göttliche gemacht wird und dass das Göttliche durch euch handelt – oder dass ihr den Standpunkt einnehmen könnt, dass es das ‚Ich‘ ist, der Körper-Geist-Komplex, der alles macht.

Wenn ihr denkt, dass es der Körper-Geist-Komplex ist, der die Handlungen ausführt, dann ist das ‚freier Wille‘ und ihr, als Mensch, müsst die Konsequenzen eurer Handlungen ernten. In dem Moment, in dem ihr erkennt, dass es nicht der Körper-Geist-Komplex ist, der alle Handlungen ausführt, sondern das Göttliche – in diesem Moment wird es zu ‚Göttlichem Willen‘ und die Konsequenzen solcher Handlungen werden nicht auf euch zukommen: Sie gehen an das Göttliche. Das ist die Beziehung zwischen freiem Willen, Göttlichem Willen und Karma, Handlung.
Die meisten Menschen erkennen nicht, dass der Körper und der Geist ihre Energie durch die Gegenwart des Göttlichen Ᾱtman erhalten. Infolge dieses Irrtums erleben sie entsprechende Ergebnisse. In dem Moment, in dem ihr die Wahrheit erkennt und euch von dem Körper-Geist-Komplex ablöst, habt ihr den Körper und den Geist an das Göttliche übergeben. Wenn das geschieht, existiert kein ‚freier Wille‘ mehr: Es gibt nur noch ‚Göttlichen Willen‘.

Ihr könnt den Schöpfer nicht täuschen, weil die Intelligenz des Schöpfers weitaus größer ist als eure. Ihr könnt euch dafür entscheiden, dass alles, was ihr tut – sei es gut oder schlecht – euch gehört und die Konsequenzen tragen, oder ihr bietet alles Gott an, indem ihr sagt: ‚Du bist es, der alles macht.‘ Wenn ihr eure Vorlieben und Abneigungen und das Gefühl von ‚ich und mein‘ an Gott übergebt, dann wird Er alles machen und wird Sich auch um die Ergebnisse oder Konsequenzen kümmern.

Dies ist das große Drama des Universums: Gott hat das Manuskript verfasst und ist der Regisseur Seines Schauspiels – mit euch allen als Schauspieler. Wenn ihr dem Regisseur vollkommen folgsam seid, wird das Schauspiel so ablaufen, wie der Regisseur es will. Wenn ihr jedoch keine kooperativen Schauspieler seid und euren Geist einsetzt, die Dialoge verändert, den Ablauf verändert und die Inszenierung verpfuscht, dann ist die Schuld daran nur euch zuzuschreiben. Nur ein Geist, der vollkommen übergeben ist, wird es dem Göttlichen ermöglichen, in vollem Umfang zu arbeiten. 

Göttlicher Diskurs, 8. April 2016 in Cisternino, Italien

Kannst du etwas über die spirituellen Veränderungen sagen kannst, die in der jetzigen Zeit geschehen?

FRAGE II

In der Geschichte der Welt ist jetzt die Zeit gekommen, in der zahlreiche spirituelle Menschen erwachen werden. Ich möchte Dich, Swami, fragen, ob Du uns etwas über die spirituellen Veränderungen sagen kannst, die in dieser Zeit geschehen.

ANTWORTRT

Swami: Was ihr im Außen seht, ist nur ein Spiegelbild dessen, was ihr im Inneren seid. Wenn du göttlich bist, wirst du Alles als göttlich ansehen. Wenn du menschlich bist, wirst du alles als menschlich wahrnehmen.

Ein kranker Mensch ist immer wütend auf alle. Weil er traurig und wütend ist, empfängt er Traurigkeit und Ärger von anderen. In dem Moment, in dem seine Krankheit geheilt ist, wird er glücklich und betrachtet jeden als glücklich.

Wenn du dich also selbst änderst, wird sich die ganze Welt verändern. Alles beginnt von innen heraus. Ich lehre heute, dass jeder Mensch seine Göttlichkeit erkennen sollte. In der Zeit, die vor uns liegt, wird die Göttlichkeit in uns aufsteigen und auf der ganzen Welt werden zahlreiche Menschen die Wahrheit verkünden, dass alle eins sind.

Diejenigen, die diese Wahrheit nicht verstehen können, werden verschwinden, so wie manche Pflanzen vergehen, wenn die Jahreszeiten wechseln. Diejenigen, die dem Pfad des Dharma folgen, werden vom Dharma beschützt werden.

In jedem Zeitalter und zu jeder Zeit, gab es einige Menschen, die gut waren und andere, die nicht gut waren. Es ist nie vorgekommen, dass die ganze Welt nur voller Güte war.

Deshalb werden mehr und mehr Menschen besser werden ‒ spirituell werden. Das ist das Goldene Zeitalter.

So wie deine innere Einstellung ist, so wird auch die Welt draußen sein. Was euch daran hindert, dies zu erkennen, ist euer eigenes Ego. Wenn ihr dieses Ego durch Liebe und Dienst loslasst, werdet ihr die ganze Welt als göttlich erkennen.

In der Geschichte der Welt ist jetzt die Zeit gekommen, in der viele spirituelle Menschen erwachen werden.

Göttlicher Diskurs und Q&A-Sitzung in Turin, Italien, 16. April 2015

Stimmt es, dass einige Menschen, wie Nisargadatta Maharaj oder Ramana Maharishi, von einem Moment zum nächsten Moksha erlangten?

FRAGE I

Stimmt es, dass einige Menschen, wie Nisargadatta Maharaj oder Ramana Maharishi, von einem Moment zum nächsten Moksha erlangten?

ANTWORTRT

Swami: Vielleicht war es in dieser Geburt so, aber seit wie vielen Geburten praktizierten sie und reinigten sich bereits? Wer berücksichtigt das alles?
Du kannst nicht eine Person mit einer anderen vergleichen. Das ist kein fairer Vergleich. Ihr wisst nicht, wie viele Geburten diese Seele durch Sehnsucht, Tapas, Verzweiflung oder Buße gegangen ist, um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt ist.

Es gibt eine Geschichte, die dies veranschaulicht:

Narada war sehr überrascht, dass ein fünfjähriges Kind namens Dhruva in den Wald ging, nachdem sein Vater zu ihm gesagt hatte: „Du kannst nicht auf meinem Schoß sitzen, weil deine Stiefmutter es missbilligt.“
Er war traurig, aber seine Mutter sagte ihm: „Kümmere dich nicht um diese Worte. Dein wirklicher Vater ist Narayana. Geh und setz dich auf seinen Schoß.“

„Ach wirklich! Wo kann ich Narayana finden?“
„Du kannst Narayana durch Tapas finden.“
„Wo kann ich Tapas machen?“
„Geh in den Wald.“

Also verließ das fünfjährige Kind Dhruva den Palast und ging in den Wald. In jenen Tagen war es unvorstellbar, dass ein Kind ganz allein im Wald war. Dennoch ging er dorthin und machte sechs Monate lang ununterbrochen Tapas.

Dann ging Narada zu ihm, um zu prüfen, ob er wirklich aufrichtig war und Shraddha hatte, oder nicht. Er versuchte, ihm Angst zu machen, indem er ihm viele Dinge erzählte, aber Dhruva hörte nicht auf ihn.

Dhruva sagte zu Narada: „Wenn du Narayana kennst, dann sag mir bitte, wie ich Ihn finden kann.“

Narada antwortete: „Du musst über Ihn meditieren, denn Er kommt in der Dhyana (Meditation) der Yogis. Er kommt nicht physisch.“

Was tat er? Er chantete weiter: ‚Aum Namo Bhagavate Vasudevaya‘ – und was geschah schließlich?

Nach einiger Zeit erschien ihm Narayana. Der Darshan von Narayana, den Dhruva erlebte, war nicht im physischen, sondern im metaphysischen Sinne, durch seine innere Wahrnehmung, jenseits seines Körpers und Geistes.

Narada war sehr überrascht, ging zu Narayana und fragte: „Dhruva ist ein fünfjähriger Junge.
Ich verstehe sein Shraddha und Bhakti, aber Du bist ihm so schnell erschienen!“

Narada zeigte Narayana daraufhin viele Yogis, die alle Arten von Buße und Entbehrungen praktizierten.
Narada sagte: „Du hast diesen Yogis keinen Darshan gegeben. Was ist der Grund dafür?“

Narayana antwortete: „Lass Mich dir etwas zeigen.“
Dann nahm er Narada mit auf eine Reise durch die Zeit.

Heute sprechen wir von Zeitmaschinen, aber damals konnte man nur mit Hilfe des Geistes in der Zeit rückwärts oder vorwärts reisen.

So nahm Er Narada mit auf eine Reise durch die Zeit und zeigte ihm einen Yogi tief in einer Höhle im Himalaya. Er saß bewegungslos und bis auf die Knochen abgemagert, aber völlig in Glückseligkeit versunken, während er „Aumm Namo Bhagavate Vasudevaya“ sang.

Dann zeigte Er ihm eine andere Vision von einem anderen Yogi, der von Tieren aufgefressen wurde, weil er kein Körpergefühl mehr hatte, der aber immer noch „Aum Namo Bhagavate Vasudevaya“ chantete.

Schließlich brachte Er ihn an einen Ort, wo ein anderer Yogi kopfüber an einem Baum hing und Buße tat. Aus der Nase dieses Yogis fielen Blutstropfen in einen darunter fließenden Fluss und mit jedem Tropfen erblühte ein wunderschöner Lotus und schwamm davon.

Narada fragte: „Was ist das alles?“

Narayana antwortete: „Das sind all die früheren Geburten von Dhruva. Diesmal brauchte er nur ein kleines bisschen, um erfolgreich zu sein, aufgrund all der Dinge, die er in der Vergangenheit getan hatte.“

Ein alter Mann schlug 19 Mal auf einen großen Felsbrocken, der auf dem Boden lag, doch er zerbrach nicht. Dann kam ein junger Mann, schlug einmal auf ihn ein, und er zerbrach. Alle dachten: „Der junge Mann hat ihn mit einem Schlag zerbrochen!

Nein, die 19 Schläge des alten Mannes lockerten den Felsbrocken und machten ihn schwach. Dann brauchte es nur noch einen weiteren Schlag, um ihn zu zerbrechen.

Genau das ist bei vielen dieser Menschen geschehen, wie bei Nisargadatta Maharaj, Ramana Maharishi und anderen.

Es geschah bei ihnen nicht in einer einzigen Geburt, sondern aufgrund von so viel Buße, die sie in ihren früheren Leben getan hatten. Sie sind alle „aufgestiegen“, was bedeutet, dass sie viele, viele Geburten als Menschen hatten und langsam in den göttlichen Zustand aufstiegen, weil sie sich jedes Mal, wenn sie geboren wurden, weiter reinigten.

Göttlicher Besuch – Singapoure – August 2019