Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / November-Dezember  mandala_1

Wie können wir Gott nah bleiben?

 FRAGE III

Wie können wir Gott nah bleiben?

ANTWORTRT

Swami:

Kann es ein Kind ohne Mutter geben? Und kann es eine Mutter ohne Kind geben? Es ist eine untrennbare Beziehung. Das Gleiche gilt für die Beziehung zwischen Gott und seinen Devotees. Wo es ein reines Herz eines Devotees gibt, kann man sicher sein, dass Gott dort gegenwärtig ist.

Wenn ein Kind nach seiner Mutter schreit, wo immer sie sein mag, kommt sie zu ihrem Kindes gelaufen. Genauso ist es, wenn Devotees mit reinem Herzen beten, hat Gott keine andere Wahl, als an ihrer Seite zu sein. Das ist das untrennbare Band der Liebe zwischen Gott und Seinen Devotees.

Welches der Kinder, die eine Mutter hat, ist ihr am liebsten? Das liebste Kind ist dasjenige, das der Mutter folgt, auf sie hört und sie nicht stört. Ähnlich ist der liebste Devotee des Herrn derjenige, der anapeksha ist, das heißt, der die geringste Menge an Wünschen hat. Keine Wünsche zu haben ist die größte Eigenschaft eines guten Devotees. Ein solcher Devotee ist mit allem zufrieden, was Gott ihm gibt und wartet geduldig darauf, dass Gott Seinen Willen tut und kommt Ihm nicht in die Quere. Ein solcher Gottgeweihter hat keinen eigenen Willen, kein eigenes Verlangen. Für ihn kommt es nur darauf an, was Gott will, was Gott wünscht.

Es ist wie ein gutes Kind, das immer zufrieden ist mit dem, was die Mutter tut, was immer sie gibt, und immer bereit ist, auf sie zu hören und sich ihrer Führung anzuvertrauen.

Aber so wie ein Kind heranwächst, zur Schule geht, andere Menschen trifft, neue Kontakte knüpft, neue Wünsche und Pläne entwickelt und nicht mehr auf die Mutter hört, so verhält es sich mit Devotees, die sich in die Gesellschaft weltlicher Menschen begeben. Sie vergessen Gott und laufen ihren Wünschen hinterher. Daher ist es sehr wichtig, sich in guter Gesellschaft zu bewegen. Die Gesellschaft von wunschlosen Devotees ist sehr wichtig, um die reine Hingabe an Gott zu bewahren.

Im Buddhismus gibt es ein Gebet: „Sangham sharanam gacchhami“.

Sei in Gemeinschaft mit dem Guten, mit Menschen, die gut sind. Ohne in Sangham, ohne in Satsang zu sein, ist es nicht möglich, Buddha, d.h. Gott zu erkennen oder mit Ihm zu sein. Wenn man in der Gesellschaft guter Menschen bist, neigt man dazu, gute Dinge zu tun. Dharmam sharanam gacchhami

Tue gute Dinge, sei immer auf dem guten Weg. Nur wenn du mit guten Menschen zusammen bist, folgst du dem Pfad des Guten.

Dann kannst du bei Gott sein. ‒ Buddham sharanam gacchhami – kannst du mit dem Göttlichen sein.

Laos, 19. März 2019

Swami, was ist der beste Weg zu dienen?

FRAGE II

Swami, was ist der beste Weg zu dienen?

ANTWORTRT

Swami: Auf jede Art und Weise, jedem, dem du dienst, mit welchen Mitteln auch immer, es spielt keine Rolle.

Im Subhashitam heißt es:

paropakarartham vahanti nadyah
paropakarartham duhanti gavah
paropakarartham phalanti vrikshah
paropakarartham idam shareeram

(Flüsse fließen, um anderen zu helfen; Kühe geben Milch
um anderen zu helfen; Bäume tragen Früchte, um anderen zu helfen;
der Zweck des menschlichen Körpers ist es, anderen zu helfen.)

Der Körper ist für das Dienen bestimmt. Wenn man das Wort paropakara aufschlüsselt, besteht es aus drei Teilen: „para“, „upa“ und kara„. „Para“ bedeutet Gott, das Göttliche, derjenige, der jenseits von Allem ist. „Upa“ bedeutet „nahe“. „Kara“ ist das, was etwas geschehen lässt. Das, was dich Gott nahe bringt, ist also paropakara.

Aber wo ist Gott? Gott lebt in dir, durch deine Natur. Das, was dich göttlicher werden lässt, was dich die Einheit mit anderen fühlen lässt, ist paropakaratham‚.

Wenn du Dienst tust, wenn du anderen hilfst, kommst du deiner eigenen wahren Natur näher. Du wirst göttlicher, freundlicher, mitfühlender, friedlicher und glückseliger. Jegliche Engstirnigkeit verschwindet und Weitsichtigkeit tritt ein. Das ist die Idee von paropakaratham. Das ist das beste Sadhana.

Du magst keine Pilgerreise zu einem heiligen Ort machen. Du musst nicht jeden Tag Japa oder Meditationen machen oder strenge Askese praktizieren, um die Göttlichkeit zu verwirklichen.

In diesem Kali Yuga sind Namasmarana und Seva am Wichtigsten. Namasmarana bedeutet, sich an Gott zu erinnern und Seva bedeutet, Gott zu dienen.

Wo findes du Gott? Du kannst nicht nach Vaikuntha (der Wohnstätte von Lord Vishnu) gehen, um Ihm zu dienen. Du kannst auch nicht zu Kailasa gehen (der Wohnsitz von Lord Shiva). Aber Gott ist in jedem und jeder gegenwärtig, der du dienst. Wenn du dienst, wirst du Gott erreichen.

Das ist das Geheimnis! Es gibt kein größeres Geheimnis der Spiritualität.

Die sehr einfache und praktische Spiritualität besteht darin, jeden zu lieben und zu dienen, ohne jeden Unterschied oder Beurteilung. Behandle alle gleich und liebe alle – das ist Spiritualität.

Die Verwendung von Japamalas und verschiedene Formen von Sadhana sind alles Wege, um deinen Geist auf diesen Gedanken auszurichten.

Sie sind nicht das Ziel ‒ sie sind nur das Mittel zum Zweck. Das Ziel ist es, sich eins mit allen zu fühlen, alle zu lieben, allen zu dienen, alle als Teil von dir selbst zu sehen, mit einem offenen Geist.

Das ist Spiritualität – das ist alles, was du versuchst zu erreichen.

manche Menschen große Angst vor dem, was wir zu lehren versuchen. wie sollen wir damit umgehen?

FRAGE I

Wenn wir „die Liebe“ lehren, bekommen manche Menschen große Angst vor dem, was wir zu lehren versuchen. Sie denken: „Ihr lernt hinduistische Spiritualität und Mantras und all das. Es ist schwierig, auf solche Gedanken einzugehen.

 

ANTWORTRT

Swami: Ihr lehrt die Philosophie, wie sie praktiziert wird. Diejenigen, die daran interessiert sind, können auch Mantras lernen, oder chanten. Das ist natürlich das Beste.

Was ist der ursprüngliche Gedanke der Religion? Die Essenz von Swamis Philosophie ist die gleiche wie die ursprüngliche Religion, Sanathana Dharma, wie sie genannt wird.

Was ist Sanathana? Sanathana“ bedeutet „Das, was immer da ist“.

Was ist Dharma? Dharma“ bedeutet „der Weg“.

Sanathana Dharma ist also der Weg, der schon immer da war.

Rituale, Veden, Mantras – all das ist wie Schulzeiten, Uniformen, Fächer und die Sprache, in der sie unterrichtet werden. Das sind alles Äußerlichkeiten. Das Wissen und das Verständnis, dass alles göttlich ist, ist die ursprüngliche Religion. Um das zu lernen, muss man jedoch zur Schule gehen, eine Uniform tragen und die Lektionen lernen. Die anderen Dinge sind nichts weiter als eine Hilfe, um dieses Wissen zu verstehen.

Verschiedene Schulen haben verschiedene Uniformen, verschiedene Unterrichtszeiten, verschiedene Sprachen.

Religionen sind wie Sprachen: Sie sind verschiedene Arten, dieselbe Botschaft zu verstehen. Sie haben alle dasselbe Prinzip, auch wenn sie verschiedene Propheten, verschiedene Messiasse und verschiedene Gurus haben.

Jede Religion hat dieses Wissen weitergegeben. Insofern gibt es einige Unterschiede, aber im Grunde lehren sie alle, dass man alle lieben muss. Weil Gott in allen ist. Gott hat alle gleich erschaffen. Es gibt niemanden unten und niemanden oben.

Diese Philosophie ist die gleiche. Sie sollen diese Philosophie zuerst lernen. Es gibt hundert Möglichkeiten, sich demselben Thema zu nähern. Manche können sich dem Thema über den Koran nähern, manche über die Gita, manche über die Bibel und manche über einen anderen religiösen Text.

Das sind alles verschiedene Wege. Sie lehren das Grundwissen, die Philosophie. Was ist die Philosophie? Alle sind Eins. Alle sind gleich in der Schöpfung. Alle müssen geliebt werden und allen muss gedient werden.

Das ist der Weg, um Frieden zu finden, das ist der Weg, um Glück im Leben zu finden. Das ist es, was wir zu tun versuchen.

 

Göttlicher Besuch in Malaysia, 11. März 2019