Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / Februar-März  mandala_1

EIN GROSSER MALAYSISCHER DEVOTEE FRAGTE SWAMI EINMAL: "WOHER BEKOMME ICH "MARATHONLÄUFER", DIE UNUNTERBROCHEN DIENST TUN?"

FRAGE IV

Ein großer malaysischer Devotee fragte Swami einmal: „Woher bekomme ich „Marathonläufer“, die ununterbrochen Dienst tun?“ Wie lautet die Antwort auf diese Frage?

ANTWORTRT

Swami: Nur diejenigen, die ihre Göttlichkeit im Inneren und Äußeren erkennen, die niemals aufhören, wie Gott zu sein, können deine „Marathonläufer“ sein, da sie unaufhörlich und unablässig für das Wohlergehen anderer arbeiten und keine Sekunde stillsitzen, wenn sie andere leiden sehen.

Ihre Herzen schmelzen und ihre Hände handeln sofort, um das Leiden anderer zu beseitigen. Nur diejenigen, die die Göttlichkeit wahrhaftig verwirklichen, die sich mit jedem Menschen als ihr eigenes Selbst verbinden können, können die „Marathonläufer“ sein, die unaufhörlich handeln, ohne dass jemand es ihnen sagt.

Die Entwicklung einer solchen Geisteshaltung entsteht durch den Prozess von Namasmarana, Bhajans singen und so weiter. Dies alles dient nur dazu, das Einssein zu entwickeln.

Wenn eine Hand schmerzt, weil sie sich geschnitten hat, wird die andere Hand sie verbinden, ohne zu fragen. Wenn ein Bein wegen eines Bruchs schmerzt, muss es das andere Bein nicht um Hilfe bitten, indem es sagt: „Bitte übernimm diese Last von mir, um mir eine Zeit lang zu helfen. Das andere Bein nimmt automatisch die Last des verletzten Beins auf sich.

Genauso braucht euch niemand zu sagen, dass ihr etwas unternehmen sollt, wenn ihr seht, dass andere Schmerzen haben. Sobald ihr die Einheit spürt, werdet ihr sofort tun, was nötig ist.

Tut diese Dinge so lange, bis ihr das Einssein mit dem Schmerz der anderen spürt. Das ist der Weg. Bis dahin tut es Stück für Stück, hier und da.

In sehr guter Gesellschaft habt ihr gute Gedanken – aber wenn ihr in euer eigenes Leben zurückkehrt, vergesst ihr den Seva.

Satsang bei Sai Karuna, Atlanta , USA, 22. Juni 2018

warum ist das, was man tut manchmal erfolgreich und manchmal gelingt es trotz der gleichen Anstrengung nicht?

FRAGE III

Manchmal ist das, was man tut, erfolgreich, aber manchmal gelingt es nicht, trotz der gleichen Anstrengung. Warum ist das so?

ANTWORTRT

Swami: Alles wird von dem letztendlichen Ziel bestimmt, für den du hier bist. Wenn du zu Gott betest: „Ich will spirituell sein, ich will mein Leben auf dharmische Weise führen, ich will mein Leben so führen, dass es Dir gefällt“, dann wird es so scheinen, als ob sich alles entsprechend fügt.

Der Erfolg wird sich auch nur dann einstellen, wenn er dich zu diesem höchsten Ziel führt. Andernfalls, wenn du diesem Weg nicht folgst, wirst du scheitern ‒ Denn diese Führung kommt von einer höheren Ebene. Sei dir darüber im Klaren, was du willst. Was immer ihr wollt, ihr werdet es erhalten.

Die Welt ist ein Kalpavriksha, ein Baum, der Wünsche erfüllt. Alles, worum du bittest, wirst du bekommen. Du kannst Hitler, oder Alexander der Große auf der einen Seite werden, oder du kannst Bharata, oder Janaka auf der anderen Seite werden.

Was wir als Erfolg bezeichnen, ist höchst individuell. Was für den einen Erfolg ist, ist für den anderen kein Erfolg. Was für dich Erfolg ist, ist für ein kleines Kind kein Erfolg. Für das Kind, das geboren wird, besteht der Erfolg darin, dass es laufen kann. Wenn es einen Scheck über eine Milliarde Dollar hat, wird das Kind ihn in Stücke reißen. Das ist kein Erfolg für das Kind; wichtig ist, dass es laufen und rennen kann.

Für dich bedeutet Erfolg, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein. Für einen großen Gelehrten bedeutet Erfolg nicht Geld, sondern mehr Wissen zu erlangen. Für einen anderen Menschen mag Erfolg darin bestehen, Schlachten und Königreiche zu gewinnen; er ist vielleicht nicht an Gelehrsamkeit interessiert. Alle diese Vorstellungen von Erfolg sind individuell. Man muss die Bedeutung für sich selbst definieren. „Das ist es, was ich für mich als ein erfolgreiches Leben betrachte“.

1. Februar 2020, Satsang mit Familie Kodai, Singapur

Wie können wir wissen, wann wir Deine Arbeit tun sollen?

FRAGE II

Du hast viele Male betont, dass Alles, einschließlich Familie, Sevā und Arbeit, Swamis Arbeit ist. Wie können wir wissen, wann wir Deine Arbeit tun sollen? Ich bin ein frischgebackener Vater, der manchmal damit zu kämpfen hat, alles im Leben unter einen Hut zu bringen.

ANTWORTRT

Swami: Was auch immer du tust, sei es zu Hause, in der Satsaṅga oder im Büro ‒ solange du alle deine Handlungen Gott darbringst, werden sie zum Dienst. Die Einstellung, mit der du etwas tust, entscheidet darüber, was daraus wird.

Wenn deine Einstellung darin besteht, Gott zu dienen, dann wird jede Arbeit zum Gottesdienst.

Wenn die Einstellung ist, sich selbst zu gefallen, dann wird alle Verehrung zu Arbeit.

Wenn du die Dinge mit der richtigen Einstellung tust, kannst du Gott erreichen.

Wenn du erwachsen wirst, übernimmst du immer neue Rollen. Manchmal übernimmt man neue Rollen zusammen mit den alten. Deshalb ist es wichtig, Prioritäten zu setzen.

Als du dich für ein Studium entschieden hast, war das Studium deine Priorität.

Als du erwachsen wurdest und ins Berufsleben eingetreten bist, wurde deine Arbeit zu deiner Priorität und das Studium wurde zweitrangig.

Als du vom Berufstätigen zum Ehemann wurdest, wurde dein Zuhause zu deiner Priorität und dein Job kam an zweiter Stelle.

Jetzt, da du ein Kind hast, wird das Kind zu deiner Priorität und das Zuhause wird zweitrangig. Diese neue Rolle, die du auf dich genommen hast, erfordert mehr Aufmerksamkeit.

Erziehe dein Kind nicht mit dem Gedanken: „Das ist mein Kind und ich werde es zu einem großen Wissenschaftler oder Arzt machen“.

Erziehe das Kind mit dem Gefühl, dass es eine reine Seele ist, die dir von Gott geschenkt wurde und dass es deine Pflicht ist, seine Reinheit zu schützen und ihm zu helfen, so zu werden wie Gott. Wenn du das Kind mit diesem Gefühl Gott übergibst, hast du als Vater gute Arbeit geleistet.

Wenn du dein Kind mit dem Gefühl erziehst, dass du nur ein Verwalter von Gottes Geschenk und seinem Eigentum bist, dann ist deine Einstellung richtig.

Dein Herz wird dir sagen, wie du deine Zeit zwischen deinen verschiedenen Aufgaben aufteilen sollst. Wenn du mit diesem Gefühl lebst, wird Gott dich in jedem Augenblick leiten, das Richtige zu tun, zur richtigen Zeit, auf die richtige Weise.

Sai Uvacha 18, 3. Februar 2017, Morgen, Sai Anandam, Jugend-Satsang, Singapur

Ist das Verrichten von Seva mit dem Wunsch nach mukti, selbstloses Dienen oder ist es selbstsüchtiges Dienen?

FRAGE I

Ist das Verrichten von Seva mit dem Wunsch nach mukti (Befreiung), selbstloses Dienen oder ist es selbstsüchtiges Dienen?

ANTWORTRT

Swami: Ist der Wunsch nach mukti selbstlos oder selbstsüchtig?

Du musst begreifen, was mukti ist. Mukti bedeutet nicht, fort zu gehen, in einen Wald, sich in einer Höhle zu verstecken, nicht zu essen, nicht zu schlafen und zu versuchen, Atma zu erfahren ‒ das ist nicht mukti.

Wenn Du im Hier und Jetzt losgelöst bist, wenn du selbstlos bist – das ist Moksha. Dann bist Du befreit und frei.

Moksha ist Freiheit. Freiheit wovon? Es ist die Freiheit von deinen eigenen Wünschen, deiner eigenen Kleinlichkeit und deinem eigenen Egoismus.

In dem Moment, in dem du mukti erlangt hast, d.h. Freiheit von deinem eigenen Egoismus, wirst du sofort von großem Wert für alle sein. In dem Moment, in dem du selbstlos wirst, wirst du die Einheit in allem sehen. Du wirst sofort der wertvollste Mensch in der Gesellschaft.

Deshalb ist mukti ein selbstloser Wunsch. Und warum? Weil du in dem Moment, in dem du mukti erlangst, selbstlos wirst. Und wenn du selbstlos bist, wirst du für alle um dich herum sehr wertvoll. Ich sage, dass der beste Dienst, den du tun kannst, darin besteht, ein Beispiel für Selbstlosigkeit zu sein, was nicht möglich ist, solange du dich nicht von deinem eigenen Egoismus befreit hast.

Moksha oder Mukti ist nichts anderes als der Übergang von der Selbstsucht zur Selbstlosigkeit.

Dann erfährst du die Einheit der gesamten Schöpfung und dein Herz empfindet spontan Liebe und Mitgefühl für alle und Alles. Dann wirst du alles tun, was in deiner Macht steht, um allen Menschen zu helfen.

Es ist also ein selbstloser Wunsch.

Satsang in Los Gatos, Kalifornien | 24. Juni, 2018