Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / Mai-Juni mandala_1

Können Bhajans, Studienkreise, Bal Vikas, Seva-Aktivitäten usw. uns zur Selbstverwirklichung führen?

FRAGE IV

Swami, Du hast immer wieder von Selbstverwirklichung gesprochen. In diesem Zusammenhang forderst Du uns immer wieder auf, nach innen zu gehen. In der Sai Organisation haben wir Bhajans, Studienkreise, Bal Vikas, Seva-Aktivitäten usw. Das sind die Dinge, die wir als organisierte Aktionen haben. Können diese Aktivitäten allein uns zur Selbstverwirklichung führen, oder willst Du uns sagen, dass wir noch etwas anderes tun müssen, damit wir die Selbstverwirklichung erlangen?

 

ANTWORTRT

Swami: Schau dir an, wie du eine Sprache sprechen und schreiben lernst. Du beginnst mit dem Alphabet, dann lernst du, wie man kurze Worte bildet, gefolgt von Phrasen, Sätzen und dann Absätzen. Schließlich beherrscht du die Sprache durch beständiges Üben.

Genauso beginnt man mit Namasmarana, Bhajans und Seva. All dies sind Schritte, die dich zu deinem Ziel, der Selbstverwirklichung, führen. Das wird nicht sofort geschehen, so wie man auch eine Sprache nicht an einem Tag lernt. Auch wenn dies die Schritte sind, willst du nicht dort stehenbleiben. Ohne dass dein Geist in das „Ritual“ eintaucht, wird es nicht „spirituell“ werden. Bhajan-Singen kann ein Ritual, oder auch eine Last sein, wenn du es nicht im Geiste der Hingabe praktizierst. Jede Anbetung kann zur Arbeit werden, wenn sie nur als Pflicht getan wird.

Daher besteht die Gefahr, dass die Anbetung zu einem Ritual, einer Pflicht oder einfach nur zu Arbeit wird, wenn sie nicht in jedem Moment mit großem spirituellen Gefühl und Hingabe ausgeführt wird.

In euren Terminkalendern nehmt ihr oft eine Menge Arbeit auf euch, wodurch die meisten spirituellen Aktivitäten wie eine zu erfüllende Pflicht wirken. Ohne einen Sinn für Spiritualität werden euch diese Aktivitäten nirgendwo hinführen.

Dennoch sollten sie alle kontinuierlich zur Reinigung des eigenen Herzens führen.

Wenn du beim Singen von Bhajans nur darüber nachdenkst, wer besser und wer schlechter singt; wenn du beim Seva vergleichst, wie viele Leute wie oft gekommen sind und wie viele gar nicht – dann fängst du an zu urteilen und zu bewerten, was nicht zur Reinheit führen wird. Die Reinheit des Herzens ist die wahre Verwirklichung.

Ich habe gesagt, dass eure Verwirklichung nicht irgendwo anders zu finden ist – ihr müsst nicht woanders hingehen, denn sie ist in euch. Ihr müsst jedoch alle Schichten des Egos und der Anhaftung entfernen.

Namasmarana, Bhajans und Seva sollten helfen, Schicht für Schicht all das zu entfernen, was das Selbst verdeckt.

Wenn diese Dinge nicht zur Reinigung des Herzens führen, dann werden sie zu bloßen Ritualen. Nehmen wir zum Beispiel einen Tempelpriester, der vor einem Götzenbild steht. Um 4 Uhr morgens mag er im Tempel ankommen, dann mag er zur Nachtzeit nach Hause gehen. Er führt alle Rituale von morgens bis abends aus, aber am Ende erkennt er das Selbst nicht. Es ist also nicht die Quantität einer Tätigkeit – nicht die Zeit, die man damit verbringt -, sondern die Qualität, das Gefühl, mit dem man diese Handlungen verrichtet, ist wichtig.

Wenn du sie mit großem Gefühl ausführst, kann dich sogar eine einzige Handlung befreien. Deshalb musst du sie mit Reinheit verrichten, was Zeit braucht, aber wenn du sie mit aufrichtigem Gefühl verrichtest, wird diese Verwirklichung eines Tages geschehen, genau wie eine Frucht, die mit der Zeit reift und von selbst herabfällt.

Namasmarana, Bhajans und Seva sind wichtig und notwendig, denn sie sind die Schritte zur Selbstverwirklichung. Aber man kann nicht ewig auf den Stufen sitzen bleiben. Man muss weiter hinaufsteigen. Wie machst du das? Du solltest prüfen, ob du reiner, friedlicher, mitfühlender und gütiger wirst. Wenn das der Fall ist, dann weißt du, dass all das dir auf dem Weg zur Selbstverwirklichung hilft.

Satsang bei Sai Karuna – 22. Juni 2018 – Atlanta, USA

Swami, wie können wir Selbstbeherrschung praktizieren und negative Gedanken vermeiden?

FRAGE III

Swami, wie können wir Selbstbeherrschung praktizieren und negative Gedanken vermeiden?

 

ANTWORTRT

Swami: Was sagt das Herz? Das Herz sagt dir immer, dass du dich Gott nähern und Seine Gnade gewinnen solltest. Was sagt der Verstand? Der Verstand sagt dir, dass du dich weit von Gott entfernen und dich der Welt nähern sollst!

Wenn du diesen nach außen gehenden Verstand kontrollieren willst, musst du auf das innere Herz hören. Wenn du ständig auf das Wort des Herzens hörst, kannst du deinen Verstand kontrollieren. Nur wenn der Geist unter Kontrolle ist, wird der Körper den Pfad des Dharma betreten und sich richtig verhalten.

Sri Sathya Sai Uvacha – Band 11 – Diskurs 7 – 29. Mai 2015 (Abend) – Muddenahalli

Erreichen auch die Gandharvas, Yakshas und Devatas Moksha oder müssen sie so bleiben, wie sie sind?

FRAGE II

Swami, Du hast den Menschen eine große Chance gegeben, Moksha (Befreiung) zu erlangen. Was ist mit den Gandharvas, Yakshas und Devatas (himmlische Wesen, Naturgeister und Gottheiten)? Erreichen sie Moksha oder müssen sie so bleiben, wie sie sind?

 

ANTWORTRT

Swami:

Jantunam narajanma durlabham unter allen Wesen ist die Geburt als Mensch schwer zu erlangen.

Es gibt vierundachtzig lakh (8,4 Millionen) Arten hier auf der Erde. Die Zahl der Wesen ist in anderen Dimensionen noch höher, wo es Yakshas, Kinnaras, Devas und alle Arten von Halbgöttern gibt.

Als IAS-Beamter (Indian Administrative Service) arbeitest du in der Regierung, wo jeder seine Aufgabe in einer Abteilung hat, z. B. in den Abteilungen für Bildung, Gesundheit, öffentliche Wohlfahrt, Steuern und so weiter. Jede Abteilung hat einen Hauptverwalter und ihr eigenes Personal.
Irgendwann muss jeder aus dem Dienst ausscheiden. Zuerst wird man vielleicht befördert, dann noch einmal befördert, dann noch einmal befördert und dann geht man in den Ruhestand. Wenn man in den Ruhestand geht, ist es nivritti; bis dahin ist es pravritti. Du führst die Handlung aus und als Ergebnis erhältst du den Ruhestand.

Die Art von Wesen, als die du geboren wirst, ist das Ergebnis deiner Handlungen in früheren Geburten. Die menschliche Geburt ist die höchste und wichtigste. Alle Devas, Kinnaras und Yakshas arbeiten weiterhin in ihren Abteilungen. Die menschlichen Wesen sind wie die Bürger. All diese Wesen arbeiten zum Wohle der Menschen. Auch sie können Bürger werden, wenn sie ihre Arbeit gut machen und sich ihren „Ruhestand“ verdienen. Um diese Art von Ruhestand zu erreichen, sind all diese Dienste sehr wichtig. Genau wie die Regierung in dieser Welt gibt es auch eine „Regierung Gottes“.
Gott wird G-O-D buchstabiert. Dies steht für die drei Abteilungen: Gestalter (oder Erzeuger), Organisator und Zerstörer. Das ist nichts anderes als srishti (Schöpfung), sthiti (Erhaltung) und laya (Auflösung). Für jede von ihnen gibt es einen Abteilungsleiter. Das Oberhaupt der Abteilung der Schöpfung ist Brahma, das Oberhaupt der Abteilung der Erhaltung ist Vishnu und das Oberhaupt der Abteilung der Zerstörung ist Shiva. Für jede Abteilung gibt es auch einen Sekretär, oder eine Sekretärin. Selbst wenn der Minister nicht genug Macht hat, haben die Sekretäre sie! Brahmas ‚Sekretärin‘ ist Sarasvati; Vishnus ‚Sekretärin‘ ist Lakshmi, und Shivas ‚Sekretärin‘ ist Parvati. Sie alle erfüllen ihre Aufgaben.

Über ihnen allen gibt es einen Chef und das ist Paramatma, der formlose Gott, der immer rein, beständig und ewig ist. Er ist der Premierminister. Wenn du Gott kennenlernen willst, der das Haupt von Allem ist, musst du Gott werden. Brahmavid brahmaiva bhavati – wer Gott kennt, wird wahrlich Gott.

Sri Sathya Sai Uvacha – Band 10 – Frage aus Diskurs 2 – 11. Mai 2015 (Vormittag) – Kodaikanal 

Gehört zum Mitgefühl auch, dass man den Schmerz der anderen fühlt?

FRAGE I

Leid und Schmerz entstehen aus einem Mangel an Liebe. Was macht man also, wenn man jemanden sieht, der Schmerzen hat oder leidet? Wenn du seinen Schmerz fühlst, bedeutet das, dass da kein Raum für Liebe ist. Gehört zum Mitgefühl auch, dass man den Schmerz fühlt?

 

ANTWORTRT

Swami: Du kannst ihren Schmerz nicht fühlen, aber du kannst mit ihnen mitfühlen. Die fünf Pandavas waren Dharmaraja, der Älteste, gefolgt von den anderen Brüdern, Arjuna, Bhima, Nakula und Sahadeva.

Dharmaraja war körperlich nicht der Stärkste, nicht der Intelligenteste und auch nicht der emotional Gleichmütigste ‒ aber er war immer rechtschaffen und dharmisch und traf die richtigen Entscheidungen. Arjunas Gleichmut war unvergleichlich, Bhimas körperliche Stärke war unvergleichlich. Nakulas und Sahadevas Intelligenz war unvergleichlich. Und doch folgten sie alle Dharmaraja, weil er der Edelste war; er dachte immer auf die richtige Weise.

Indien ist wie Dharmaraja. Es wird Amerika, das wie Bhima ist ‒ sehr stark und mächtig , lehren, wie es sich selbst zurückhalten oder beherrschen kann, um anderen keinen Kummer und kein Leid zuzufügen. Amerika weiß das nicht und ist zu stark. Wenn es seine Stärke falsch einsetzt, kann dieselbe Stärke für andere zum Schmerz werden. Setzt es seine Stärke jedoch richtig ein, kann sie zum Segen für andere werden. Indiens Rolle ist die eines Dharmaraja. Es wird die anderen Nationen ‒ wie Russland, Amerika, China und Japan, die wie Arjuna, Bhima, Nakula und Sahadeva sind ‒ lehren, wie sie führen sollten und wie sie alles, was sie tun, auf eine bessere Art und Weise tun können ‒ die dharmische Art und Weise.

Indiens Rolle ist es, all diese größeren Nationen auf den spirituellen, dharmischen Weg zu führen, aber diese Nationen müssen folgen. Alle Pandavas folgten immer Dharmaraja, und deshalb waren sie siegreich.

Ihr habt also Dharmaraja in Indien und dann all diese großen Nationen, die materiell, wissenschaftlich, finanziell, wirtschaftlich und technologisch sehr mächtig sind, die alle wie die anderen Brüder sind. Sie müssen dem folgen, was Indien lehrt und das ist der Grund für all diese Zentren. Dies sind die großen alten Lehren der indischen Weisheit.

Los Gatos, Kalifornien, USA – 24. Juni 2018 – Nordkalifornien