mandala_1 Auszüge aus den göttlichen Reden / Juli 2023

Auszug aus der Rede in Nigeria

16. Juli 2015

 

Die Essenz aller Schriften, aller Religionen, lässt sich in diesen vier Worten zusammenfassen:

 

„Liebe alle, diene allen“.

Alle Religionen, ob Christentum, Buddhismus oder Hinduismus, lehren dieselbe Wahrheit. Es gibt viele Schulen auf der ganzen Welt, die dieselben Themen in verschiedenen Sprachen oder mit verschiedenen Mitteln lehren, aber letztlich ist die Wahrheit, die sie lehren, dieselbe.

So wie die fünf Elemente den menschlichen Körper bilden, so definieren die fünf menschlichen Werte den menschlichen Geist. Die fünf Elemente sind vergänglich und so ist auch der Körper, der aus den Elementen besteht, vergänglich. Man kann nicht erwarten, dass etwas Dauerhaftes aus etwas Vergänglichem entsteht. Die Werte der Wahrheit, des rechten Handelns, des Friedens, der Liebe und der Gewaltlosigkeit sind ewig und da sie aus dem Inneren des Herzens kommen, ist auch die Seele des Menschen ewig.

Wenn man ganz genau hinsieht, gibt es nur einen Wert, der in allen anderen vier Werten enthalten ist. Raum, Wind, Wasser, Feuer und Erde sind die fünf Elemente, aus denen das gesamte Universum besteht. Die Grundlage für alle Elemente ist jedoch der Raum. Der Raum ist im Wasser, im Feuer, in der Erde und im Wind. Der Raumaspekt ist die Grundlage aller anderen vier Elemente. Genauso ist die Liebe allein die Grundlage aller fünf Werte:

  • Liebe in der Rede ist Wahrheit;
  • Liebe im Verhalten ist Rechtschaffenheit;
  • Liebe im Gefühl ist Gewaltlosigkeit;
  • Liebe im Verstehen ist Frieden.

Jesus Christus ist nur gekommen, um diesen großen Wert der Liebe zu lehren. Wie wäre es sonst zu erklären ‒ so wie er am Kreuz dargestellt wird ‒, dass ein Mensch, der die schmerzhafteste Folter erleidet, die je erfunden wurde, dennoch jene segnet, die ihn töten ?

Er betete für sie alle und sagte: „Vater! Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Selbst wenn uns jemand ein kleines Leid zufügt, reagieren wir sofort aggressiv. Wie konnte Er, der am Kreuz so viel Schmerz erlitt, für diejenigen beten, die Ihm so viel Schmerz zufügten? Nur aus Liebe.

So wie die Mutter sich nicht um die Tritte des Babys in ihrem Schoß kümmert, sondern es aus Liebe erträgt, so ertrug Jesus die Schmerzen und Leiden der Menschen mit Liebe, genauso wie eine Mutter.

Die Mutter sät den Samen der Hingabe. Sie bringt das Kind zum Vater. Der Vater weist den Weg zum Guru. Der Guru führt den Schüler zu Gott.

Im Leben von Pater Arazu war es die Mutter, die die Saat der Hingabe säte. Die Mutter zeigte ihm, dass Gott existiert und ihr Glaube brachte ihn dazu, sich über Gott Gedanken zu machen. Er wurde unter schwierigen Umständen geboren, mit sehr wenig Unterstützung, ohne Hilfe von irgendjemandem. Überall herrschte Not. In solchen Zeiten der Armut, des Hungers und der Verzweiflung lehrte ihn seine Mutter, dass nur die Hingabe an Gott wirklich ist, denn Er kümmert sich um jeden Einzelnen. Der Glaube der Mutter wurde zum Vorbild für Pater Arazu.

So wie man die Luft nicht sehen kann, aber lebt, indem man sie atmet, so kann man auch Gott nicht sehen, aber allein eure heutige Existenz ist der Beweis für Gottes Existenz. Euer eigenes Leben muss zur Botschaft Gottes werden und ihr müsst Boten Gottes werden – Boten der Wahrheit, des rechten Handelns, des Friedens, der Liebe und der Gewaltlosigkeit. Wenn ihr erst einmal zu diesen Botschaftern geworden seid, dann verdient ihr es wirklich, euch Söhne und Töchter Gottes zu nennen.

Dann wird sich zeigen, dass die Bruderschaft der Menschen und die Vaterschaft Gottes möglich ist, wenn man nach der Lehre des Vaters lebt.

Ansprache am 16. Juli 2015 Awka, Nigeria (Morgen) aus Sri Sathya Sai Uvacha – Band 12