Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / Juli-August mandala_1

Wie können wir im täglichen Leben ein Gleichgewicht zwischen weltlichen Aktivitäten und Spiritualität herstellen?

 FRAGE IV

Swami! Wie können wir im täglichen Leben ein Gleichgewicht zwischen weltlichen Aktivitäten und Spiritualität herstellen?

 

ANTWORTRT

Swami: Alle Handlungen, die du ausführst, sind spirituell. Es gibt keinen Unterschied zwischen weltlichen und spirituellen Handlungen!

Alle Gedanken, Worte und Handlungen, die ihr tut, sollten aus Liebe zu Gott getan werden. Das macht sie zu spirituellen Handlungen. (An die Frauen gewandt) Wenn ihr hierher kommt und diese Halle betretet, tragt ihr einen guten Sari. Warum zieht ihr einen Sari an? Ihr tut es nicht um der anderen willen.

Wenn ihr das Gefühl habt: “Ich bin Swamis Tochter. Wenn Swami mich ansieht, sollte Er glücklich sein. Deshalb trage ich einen Sari” ‒ dann wird dieser kleine Akt des Tragens eines Sari zu einem spirituellen Akt.

Wenn ihr euer Unterscheidungsvermögen einsetzt, um zu entscheiden, ob Swami eure Handlungen begrüßen wird oder nicht, dann werden alle eure Handlungen spirituell. Meiner Ansicht nach gibt es tatsächlich nichts, was “weltlich” genannt wird ‒ alles ist spirituell.

Wenn ihr jedoch eine selbstsüchtige Handlung vollzieht, wird sie zu einer weltlichen Handlung.

Das von Gott geschaffene Sonnenlicht hat keine Farbe. Wenn das Sonnenlicht durch farbiges Glas fällt, sieht man verschiedene Farben. Genauso färbt der Egoismus eure Sicht auf die Welt. Kinder werden bei euch geboren und ihr müsst sie aufziehen ‒ aber wer sind die Kinder?

Sie sind Jeevatmas, individuelle Seelen. Wenn ihr das Gefühl habt: “Es ist meine Verantwortung, sie zu Paramatma, der Höchsten Seele, zu führen. Ich habe diese Pflicht, die ich mit Liebe erfüllen muss”, dann wird auch diese Tätigkeit spirituell.

Aus Begrenztheit heraus denkt ihr: “Das ist meine Arbeit, das ist die Arbeit der anderen. Das ist Büroarbeit, das ist Hausarbeit.” Wenn ihr alles aus Liebe zu Gott tut, wird alles spirituell.

Dann stellt sich die Frage nach weltlich und spirituell nicht mehr ‒ dann wird alles spirituell sein.

Sri Sathya Sai Uvacha – Band 11 – Diskurs 9 – 31. Mai 2015 – Muddenahalli 

Ist das Wissen über vergangene Geburten hilfreich für das gegenwärtige spirituelle Wachstum eines Menschen?

 FRAGE III

Ist das Wissen über vergangene Geburten hilfreich für das gegenwärtige spirituelle Wachstum eines Menschen?

 

ANTWORTRT

Swami: Zuallererst müsst ihr wissen, dass ihr alle eine Vergangenheit hattet. Keiner von euch ist einfach so hierher gekommen, ohne frühere Geburten gehabt zu haben. Die Grundlage eurer heutigen Geburt liegt in dem, was ihr in der Vergangenheit getan habt.

Wenn ihr zum Beispiel heute in der zehnten Klasse seid, müsst ihr die neunte Klasse, die achte Klasse, die siebte, sechste, fünfte und die Grundschule absolviert haben. Was immer ihr in den unteren Klassen gelernt habt, ist das, was ihr in die zehnte Klasse mitgebracht habt, in der ihr heute lernt. Wenn ihr also in den vorherigen Klassen gut gelernt habt, wenn ihr eure Hausaufgaben gut gemacht habt, wenn ihr alles verstanden habt und eure Prüfungen gut geschrieben und bestanden habt, dann könntet ihr in die nächste Klasse aufsteigen, in der ihr heute lernt. Wenn ihr feststellt, dass die Dinge in der zehnten Klasse sehr schwer zu verstehen sind, bedeutet das, dass ihr die neunte, achte oder siebte Klasse nicht gut gelernt habt. Vielleicht hast du nicht richtig gearbeitet oder deine Hausaufgaben nicht richtig gemacht.

Das ist der Grund, warum du dich entweder abmühst oder warum du dich heute beim Lernen leicht tust. Das hängt alles davon ab, wie du in der Vergangenheit warst. Daher ist das, was du heute bist, definitiv ein Spiegelbild dessen, was du in der Vergangenheit warst. Zu wissen, ob es hilfreich ist oder nicht, ist wirklich nicht notwendig, denn die Vergangenheit ist Vergangenheit.

Swamis Philosophie lautet: Vergangenheit ist Vergangenheit, vergiss die Vergangenheit.

Du magst in der Vergangenheit viele Dinge getan haben, die heute nicht sehr inspirierend sind. Du wirst vielleicht von Dingen erfahren, die du wissentlich oder unwissentlich getan hast, wie andere zu verletzen , ihnen zu schaden oder Sünden zu begehen. Wenn du von all diesen Dingen erfährst, kann sich das negativ auf dein Denken auswirken, so dass du dich schuldig fühlst und eher negativ als positiv über dich denkst. Deshalb sage ich immer: “Vergangenheit ist Vergangenheit, vergiss die Vergangenheit”.

Was auch immer geschehen ist, du weißt, dass es dazu beigetragen hat, dich zu dem zu machen, was du heute bist – aber am wichtigsten ist das Heute, denn das ist das, was zur Verfügung steht. Du kannst die Zeit, die bereits vergangen ist, nicht zurückholen.

Die gegenwärtige Zeit, die du hast, ist der ganze Reichtum, der dir zur Verfügung steht. Wenn du diese Zeit nutzt, aber Schwierigkeiten hast, heute zu lernen, ist dir klar, dass du in der Vergangenheit nicht gut gelernt hast. Wenn du heute zu viel Ärger, Negativität, Hass, Eifersucht oder Begierden hast, bedeutet das, dass du in der Vergangenheit dein Leben nicht nach den Prinzipien der Spiritualität oder in einer gottesfürchtigen und hingebungsvollen Weise gelebt hast, weshalb dich all diese Dinge belasten.

Das bedeutet, dass du noch besser werden musst. Diese Erkenntnis reicht völlig aus. Wenn du ständig zurückschaust, wie kannst du dann vorwärts gehen? Du wirst gegen etwas stoßen und fallen. Blicke deshalb nach vorne und gehe vorwärts, denn die Vergangenheit ist Vergangenheit – vergiss die Vergangenheit – und die Zukunft ist ungewiss, also mach dir keine Sorgen darüber.

Die Gegenwart ist allgegenwärtig; sie ist das, was für dich am wichtigsten ist.

Macht nicht all diese Dinge, die Kinder heute tun, indem sie sich auf Aktivitäten einlassen, mit denen sie verstehen wollen, was in der Vergangenheit geschehen ist, wie etwa Regressionstherapie oder Hypnotherapie. Für mich ist das nur müßige Neugierde, die nicht viel bringt. Wenn du dir jedoch erlaubst, voll und ganz in der Gegenwart zu leben, ohne einen Moment mit unnützen Aktivitäten zu vergeuden, dann kannst du definitiv mehr aus der Gegenwart machen, was wiederum deine Zukunft erschaffen wird.

Aus dem Samen, der in der Vergangenheit gesät wurde, wird heute eine Pflanze. Wie du dich heute um diese Pflanze kümmerst, wird bestimmen, was für ein Baum sie morgen sein wird. Jeder Mensch hat eine Vergangenheit, daran besteht kein Zweifel. Anstatt in der Vergangenheit zu wühlen und Zeit damit zu verschwenden, herauszufinden, wer man war, sollte man versuchen zu erkennen, wer man heute wirklich ist. Du kannst erkennen, wer du bist und was dein wahres Selbst ist – und zwar heute. Bewege Dich in guter Gesellschaft, lerne von den Edlen und Weisen, die die Wahrheit erfahren haben und profitiere und wachse aufgrund ihrer Erfahrungen. Das ist das Wichtigste.

Aus dem Booklet des Asien-Pazifik-Jugendtreffens – Abend-Satsang in Kuala Lumpur – Göttlicher Diskurs am 03. August 2018

Was genau passiert, wenn die Menschen sterben?

 FRAGE II

Christen hoffen, dass sie nach ihrem Tod in den Himmel eingehen, obwohl manche auch in die Hölle kommen können. Buddhisten sprechen über das “westliche reine Land”, in das gute Menschen gehen und über die Hölle. Wenn ich Deine Bücher lese, sprichst Du über den gegenwärtigen Moment und nicht viel über Himmel oder Hölle. Was genau passiert, wenn die Menschen sterben?

 

ANTWORTRT

Swami:  So wie es viele Länder auf der Erde gibt, so gibt es auch viele Orte, die jenseits dessen existieren, was man sehen kann. Wenn man im Körper lebt, kann man nur Dinge sehen, die man durch den Körper erfahren kann. Es gibt jedoch viele Welten, die darüber hinaus existieren und die nur den Yogis bekannt sind, denn sie sind hin und her gereist und haben auch diese anderen Welten gesehen und kennengelernt.
Wenn du in dieser Welt lebst, ist deine Erfahrung begrenzt. Wenn du in diesem Raum sitzt, kannst du nicht über diese Wände hinaussehen, und doch existiert draußen eine ganze Stadt. Während du ein menschliches Leben führst, machst du menschliche Erfahrungen.

Ihr seid nicht nur einer, sondern drei: der Körper, der Verstand und der Geist.

Wenn der Körper aufgegeben wird, bleiben der Verstand und der Geist bestehen. So wie Trunkenbolde sich mit Trunkenbolden anfreunden und Heilige sich mit Heiligen anfreunden, findet ein guter Geist andere gute Geister, mit denen er leben kann und ein schlechter Geist findet schlechte Geister, mit denen er leben kann. Unreine, selbstsüchtige und gierige Gemüter werden sich alle an einem Ort versammeln, der Hölle genannt wird. Alle guten Geister, die den Körper verlassen haben, werden sich an einem Ort versammeln, der Himmel genannt wird.

Was tun sie, wenn sie sich dort treffen? Sie besprechen, was sie in ihrem Leben getan haben – was sie richtig und was sie falsch gemacht haben – und sie lernen aus ihren Erfahrungen. Genauso wie man nach den Hausaufgaben wieder ins Klassenzimmer zurückkehrt, durchlaufen sie weitere Inkarnationen und kehren in die Schule des Lebens zurück.

Die Chinesen kennen sich mit solchen Dingen sehr gut aus. Sie haben viele Rituale, um für die verstorbenen Seelen zu beten, damit sie den Himmel erreichen und in Frieden leben können. Das ist den Menschen schon seit der Antike bekannt. Dennoch können manche Menschen mit ihrem Egoismus die gegenwärtige Welt in eine Hölle verwandeln. Man muss nicht irgendwo hingehen, um die Hölle zu erleben. Vergesst das alles.

Ihr müsst euch nur daran erinnern, dass es der Himmel ist, alle zu lieben und die Hölle, alle zu hassen.

Ich bin in jedem einzelnen von euch. Anstatt im Außen nach mir zu suchen, schaut nach innen, wo Ich bin. Setzt euch in eurer Meditation hin und denkt beständig an Mich und Ich werde auf alle eure Fragen antworten. Ich werde euch von innen heraus führen. Ihr müsst nirgendwo hingehen. Ein kleines Kind braucht die Hilfe seiner Mutter, um laufen zu lernen. Genauso solltet ihr Hilfe von wissenden Menschen erhalten, aber begreift, dass ihr letztendlich durch eure eigene Praxis gehen lernen müsst.

3. Oktober 2015 – Sri Sathya Sai Uvacha – Band 14

Hast Du einen Ratschlag, wie wir unser Bildungssystem verändern können, um den Schwerpunkt auf Charakterentwicklung und menschliche Werte zu legen?

FRAGE I

Swami, ich bin sehr inspiriert von deinen Schulen und dem Fokus auf menschliche Werte. Ich bin Erzieherin und möchte wirklich menschliche Werte in die Schulen bringen, in denen ich arbeite, aber ich fühle mich oft festgefahren. Hast Du einen Ratschlag, wie wir unser Bildungssystem hier in den USA verändern können, um den Schwerpunkt auf Charakterentwicklung und menschliche Werte zu legen?

 

ANTWORTRT

Swami: Bildung besteht aus zwei Dingen: dem Lehrer und dem Schüler. Wenn man den Schüler ändern will, muss man den Lehrer ändern. Wie sich der Lehrer verhält und was er tut, wird sich auf den Schüler auswirken. Deshalb versuchen wir, ein Programm namens Guru Vikas zu entwickeln, das Lehrer darin schult, wie sie Werte in den Unterricht einbringen und die Schüler unterrichten können.

Von offizieller Seite wird es sehr lange dauern, bis die Notwendigkeit anerkannt wird und sich die Art und Weise, wie Bildung vermittelt wird, ändert – aber auf informellem Weg, wenn sich Lehrer zusammenfinden und beschließen, dass sie diese Werte praktizieren müssen, und indem sie mit den Schülern üben, kann es auf informelle Weise losgehen. Das ist bereits geschehen, in kleinem Rahmen. Wenn man sich offiziell darum bemühen will, wird das sehr, sehr lange dauern, also hat das keinen Sinn.

Fangt stattdessen an, gute Lehrer zu treffen, gründet eine Vereinigung, redet miteinander und inspiriert euch gegenseitig. Wenn sich ein paar Lehrer ändern, werden sich auch die Schüler ändern. Wenn diese Lehrer gesehen werden, werden auch andere Lehrer anfangen, das Konzept umzusetzen; so wird es sich verbreiten. Im Vereinigten Königreich und einigen anderen Ländern wird dies bereits praktiziert. Ein paar Lehrer tun sich zusammen und machen ihre Arbeit, und bei den Schülern ist eine Veränderung zu beobachten.

Dann kommen die Eltern und sagen: “Mein Sohn benimmt sich so viel besser, er ist jetzt viel respektvoller, und das war vorher nicht so. Was ist da los?” Dann erfahren sie, dass der Lehrer den Unterschied ausmacht. Das führt dazu, dass sich mehr Lehrer und mehr Eltern ändern. Es ist ein langsamer Prozess, aber irgendwann wird er an Fahrt gewinnen. Wenn man es offiziell macht, wird nichts passieren. Es wird zu einer weiteren Richtlinie, einer weiteren Regel, einer weiteren Vorschrift, die keinen Unterschied im Bildungssystem machen wird.

Inoffiziell, informell, sollten sich gute Lehrer zusammentun und beschließen, dass sie damit anfangen. Wenn man diese Lehrer sieht, werden ein paar andere Lehrer und ein paar weitere Schulen damit beginnen, und langsam wird es sich auf den Rest des Landes ausweiten.

Los Gatos, Kalifornien | 24. Juni 2018 | DIVINE SATSANG