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Youth inspiration Nov. 2023

von | Nov 3, 2023 | Lokal

Bhagavad Gita – Teil II 

Tätig sein und arbeiten, aber mit der richtigen Einstellung

 

Im letzten Artikel besprachen wir den Hintergrund der Gita: den Konflikt zwischen den Kauravas und den Pandavas, die Ereignisse, die zum Krieg führten, und die Situation, in der sich Arjuna befand, nämlich seine Unentschlossenheit, gegen seine eigenen Verwandten zu kämpfen. Der Artikel endete damit, dass Arjuna Krishna als seinen Lehrer annahm und um seinen Rat bat. Der Rest der Bhagavad Gita handelt von diesem Dialog zwischen Krishna und Arjuna.

Dieses Gespräch kann grob in drei Teile unterteilt werden: Arbeit, Hingabe und Weisheit. In diesem Artikel werden wir uns auf die ersten sechs Kapitel konzentrieren, in denen Krishna über Rechtschaffenheit und richtiges Handeln spricht. Beim genauen Lesen fällt auf, dass es viele Parallelen und sogar Überlappungen zwischen den drei Hauptteilen gibt. Dies liegt zum einen daran, dass diese Aspekte sehr wichtig sind, aber auch daran, dass alle drei Teile – Karma, Bhakti und Jnana – oberflächlich betrachtet verschiedene Ansätze sind, die jedoch zum selben Ziel führen.

Zu Beginn war Arjuna sicher, dass das Töten seiner Verwandten nicht richtig sei. Er argumentiert, dass selbst wenn die Kauravas, so böse sie auch sein mögen, getötet werden, die Gesellschaft in Unordnung geraten und schließlich zerfallen würde. Er ist bereit, das Schlachtfeld zu verlassen und für immer im Exil zu leben.

Krishna beginnt seine Unterweisung mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und stellt klar, dass es Arjunas Pflicht als Krieger und Herrscher ist, das Gute zu verteidigen, die bösen Elemente zu zerstören und Recht und Ordnung (Dharma) wiederherzustellen: „…darum höre auf zu lamentieren und kämpfe!“

Er erklärt, dass alles, was geboren wurde, sterben muss, und alles, was gestorben ist, wieder geboren wird. „Derjenige, der denkt, ‚Ich töte‘, und derjenige, der denkt, ‚Ich wurde getötet‘, liegen beide falsch.“ Er erklärt, dass nur der Körper die Phasen von Geburt, Jugend, Alter und Tod durchmacht, während die Seele (Atma, der göttliche Funke in uns) von all dem unberührt bleibt. Sie kann nicht verbrannt, durchnässt, geschlagen oder vom Wind vertrocknet werden. „Es gab nie einen Moment, in dem du und diese anderen Könige am Schlachtfeld nicht existiert haben, noch wird es je eine Zeit geben, in der ihr nicht existieren werdet…“

Als nächstes beantwortet Krishna die Frage, warum Menschen entgegen besseren Wissens „falsche“ Dinge tun. Diese Frage entstand, nachdem Duryodhana, der Anführer der Kauravas, vor der Schlacht gesagt hatte: „Ich weiß, was richtig und falsch ist. Es ist jedoch einfach nicht meine Art, rechtschaffen zu handeln; belehre mich also nicht.“

Krishna erklärt, dass alle Handlungen, einschließlich Schlafen, durch die drei Gunas (Eigenschaften) Sattva, Rajas und Tamas bestimmt werden und dass solange wir uns mit der Handlung, dem Tun oder den Ergebnissen identifizieren, wir die angenehmen und unangenehmen Folgen in Form von Karma erleben werden. Der einzige Weg, richtig zu handeln, ist, die uns zugewiesenen Aufgaben mit größter Sorgfalt auszuführen, ohne an die Handlung, das Tun oder die Ergebnisse zu haften. Nur so können reine Handlungen ohne karmische Folgen ausgeführt werden.

Um reine Handlungen auszuführen, ist es erforderlich, selbstlos zu handeln. Für Arjuna, genauso wie für uns, klingt dies unerreichbar. Doch Krishna zeigt uns einen recht einfachen Weg, indem er betont, unseren Geist nicht auf Sinne oder Gedanken zu richten, sondern ihn ständig im Göttlichen ruhen zu lassen. Das Schlüsselwort ist gleichmütiges Handeln und ständiges Verweilen des Geistes im Göttlichen.

Der wahre Weise erkennt „Inaktion in Aktion und Aktion in Inaktion“: Dies ist eine der komplexeren Weisheiten. Auf den ersten Blick mag dieser Satz wie ein Widerspruch klingen, doch bei genauerem Hinsehen erkennen wir die tiefe Weisheit dahinter. Krishna erklärt, wie wahre Weise handeln. Nach seinen Worten zieht sich ein wahrhaft weiser Mensch nicht in eine einsame Höhle zurück, sondern beteiligt sich intensiv am alltäglichen Leben. Innerlich jedoch ist eine solche Person völlig still.

Krishna erklärt, dass es neben Freude und Leid einen dritten Zustand gibt: einen inneren Zustand vollständiger und dichter, friedlicher Stille. Der Weise verweilt in dieser Stille und ist daher innerlich inaktiv, obwohl er äußerlich sehr beschäftigt ist.

Der erste Teil der Gita zeigt uns also, wie wir unsere Handlungen in der Welt umsetzen sollten, um keine Folgen durchleben zu müssen. Zum einen ist es wichtig, sich nicht mit der Tat, dem Akt des Tuns oder dem Ergebnis zu identifizieren. Zum anderen ist es erforderlich, dass wir unsere Handlungen mit der Absicht ausführen, der Allgemeinheit zu dienen also reine selbstlose Handlungen. Um diese Ebene der Reinheit des Geistes zu erreichen, die dies überhaupt ermöglicht, ist es wichtig, dass wir uns in Gedanken immer auf das Göttliche stützen. Dies kann die Vorstellung an einen Heiligen sein, ein Guru oder sogar eine formlose Idee des Göttlichen. Genau wie Arjuna werden wir innerlich mehr und mehr still werden, wenn wir Handlungen auf diese Art ausführen. Und unsere Handlungen werden die Kraft verlieren, uns durch Karma an dieses und zukünftige Leben zu binden.

Youth Inspiration von Thomas S. 

    

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