Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / September-Oktober mandala_1

Was soll ich sagen, wenn andere Ämgste und negative Gefühle Äußern?

FRAGE IV

Wenn meine Freunde negative Gefühle und starke Ängste in sich selbst und über die äußeren Welt äußern, fühle ich mich selbst auch verängstigt. Also sage ich ihnen, dass Swami an unserer Seite ist. Ist das richtig?

 

ANTWORTRT

Swami: Was du sagst, ist richtig. Du kannst ihnen auch vorschlagen, meine Gegenwart zu visualisieren, so dass die Negativität verschwindet und durch Gefühle von Stärke und Mut ersetzt wird. Es liegt aber an ihnen selbst, sich um die Visualisierung zu bemühen. Du kannst nur vorschlagen, dass sie daran glauben, dass Swami in ihrem Inneren ist.

Ein indischer Heiliger sagte einmal: „Ich existiere nur in dem Maße, in dem ein Mensch an mich glaubt.“

Wenn du vollständig an Mich glaubst, bin Ich vollständig für dich da. Wenn du nur teilweise an Mich glaubst, dann bin Ich nur teilweise für dich da.

Wenn deine Freunde das verstehen, Mich visualisieren und vollständig glauben, dass Swami an ihrer Seite ist, dann werden sie davon profitieren. Du kannst ihnen den Weg zur Tür zeigen, aber durch die Tür zu gehen, ist ihre eigene Pflicht.

Also, ja, du kannst sie ermutigen, zu glauben, aber sie müssen vollkommen und zu 100% glauben. Wenn sie auf diese Weise glauben, werden sich all ihre Ängste und Negativitäten definitiv auflösen.

Es gab einmal einen Mann, der schreckliche Angst davor hatte, allein umherzugehen. Er dachte: „Mir wird etwas zustoßen, jemand wird mich angreifen“.

Also betete er zu seinem Guru. Der Guru sagte zu ihm: „Ich bin immer hinter dir, stell die das so vor. Du gehst und ich bin immer direkt hinter dir. Also habe niemals Angst. Die einzige Bedingung ist, dass du dich nicht umdrehst und nachsiehst, ob ich da bin oder nicht. Zweifle nicht daran, dass ich immer hinter dir bin.“

Eines Tages ging der Mann durch einen dunklen Wald und hörte in der Ferne die Geräusche von wilden Tieren. Er dachte, er würde verfolgt und machte sich Sorgen, aber er sagte sich: „Mein Guru ist bei mir. Er hat mir gesagt, dass er direkt hinter mir ist, also muss ich weitergehen.“

Immer wieder verleitete ihn sein Verstand dazu, sich umdrehen und nachsehen zu wollen, ob noch jemand anderes als sein Guru dort war.

Weil er ununterbrochen Angst hatte, drehte er sich schließlich um und sah, dass niemand da war. Er schrie: „Mein Guru hat mich belogen!“ und rannte um sein Leben aus dem Wald und wartete darauf, seinen Guru am nächsten Tag zu treffen.

Dann fragte er: „Guru, du hast mich angelogen. Warum?“

„Welche Lüge habe ich dir erzählt?“, fragte der Guru.

„Du hast mir gesagt, du würdest direkt hinter mir sein, aber du warst nicht da, als ich mich umdrehte und nachsah.“

Der Guru sagte: „Als du dich umgedreht und nachgesehen hast, war ich noch immer hinter dir, aber du konntest mich nicht sehen.“

Zweifelt also nicht an eurem Guru. Glaubt ganz fest daran, dass ihr Seine Gegenwart immer spüren werdet.

Jemand fragte Mich einmal: „Wo ist Gott?“

Ich antwortete: „Sag mir, wo Er nicht ist.“

Wenn du ein Gläubiger bist, ist Gott überall! Er ist immer bei dir.
Wenn ihr das nicht glaubt, werdet ihr es nicht erfahren, selbst wenn Er da ist.

Hilf deinen Freunden, das zu verstehen und hilf ihnen, zu glauben. Der Glaube ist sehr wichtig. Glaube ist der Glaube an Dinge, die man nicht sehen kann. Manche Dinge sind Tatsachen: Dieser Tisch ist hier, Gary Seaton ist dort“ – das sind Fakten.

Glaube ist etwas anderes: „Baba ist hier, Gott ist hier“ – das ist Glaube. Du kannst Ihn nicht sehen, du kannst Ihn nicht berühren, du kannst Ihn nicht festhalten, aber du weißt, dass Er da ist – das ist Glaube.

Nur den Gläubigen gibt sich der Herr hin, nicht den Menschen, die mit allen möglichen Argumenten und Logiken argumentieren. Das ist nicht der richtige Weg.

Erkläre dies deinen Freunden. Sie müssen glauben, dass Ich immer bei ihnen bin, dann werden alle Zweifel und alle Negativität verschwinden.

Die Wahrheit ist, wenn sie von Anfang an geglaubt hätten, dass Swami bei ihnen ist, hätten sie dann überhaupt eine negative Geisteshaltung entwickelt? So funktioniert es. Wenn sie jetzt glauben, werden sie da herauskommen.

Satsang in Melburne, Australien 2. Mai 2019 

 

Woher wissen wir, dass wir wirklich gut und auf die richtige Weise gedient haben?

 FRAGE III

Swami, woher wissen wir, dass wir wirklich gut und auf die richtige Weise gedient haben? Wie kann Glück bemessen werden?

 

ANTWORTRT

Swami: Wenn du in deinem Innersten glücklich bist, ist das der Beweis für deinen eigenen Dienst. Dein Herz sollte dir sagen, dass du mit der Art und Weise, wie du gedient hast, zufrieden sein kannst, was dich zunehmend demütiger, friedlicher und ruhiger machen sollte. Das ist das Ergebnis deines Handelns.

Wenn das Handeln zu Ego, Unruhe und Unfrieden führt, ohne innere Zufriedenheit zu erzeugen, dann handelt es sich nicht um Dienen – irgendetwas stimmt in diesem Dienen nicht.

Im Dienen gibt es kein „Ich“. Das Gefühl von „Ich“ ist die Ursache aller Probleme. Ihr solltet nicht für die Zufriedenheit von jemand anderem arbeiten, sondern nur für eure eigene. Euer eigener Atma sollte Zeuge dafür sein, ob ihr glücklich und zufrieden seid – niemand sonst braucht euch zu loben, euch auf die Schulter zu klopfen oder euch ein Zertifikat darüber auszustellen, wie gut ihr gedient habt. Das Zeugnis solltet ihr euch selbst ausstellen. Selbstverwirklichung und ein glückliches Herz sind der Maßstab für die Qualität eures Dienstes.
Wenn ihr jedoch schlussendlich nicht glücklich seid, dann war der Dienst nicht wirklich nützlich. Jeder Dienst sollte euch näher zu eurer göttlichen Natur bringen. Was ist die göttliche Natur? Die göttliche Natur ist Frieden. Die göttliche Natur ist Demut. Die göttliche Natur ist Liebe. Wenn ihr diese Eigenschaften durch Dienen entwickelt, dann kommt ihr eurer göttlichen Natur näher.

Manche Menschen finden Wasser, selbst wenn sie nur ein wenig graben. Andere müssen sehr tief graben, um Wasser zu finden – aber hört nicht auf, bis ihr das Wasser gefunden habt, denn das ist der Zweck, für den ihr überhaupt erst zu graben begonnen habt.

Ich weiß, dass viele von euch nicht zu den üblichen Zeiten geschlafen oder gegessen haben. Ihr habt nicht einmal Zeit gefunden, euch nach dem Wohlergehen eurer Familienmitglieder zu erkundigen. Wenn ich sage, dass ich Meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringe, dann sage ich das nicht nur jenen von euch, die hier sitzen, sondern auch all jenen, die es euch ermöglicht haben, hier zu sein und diesen Dienst zu tun – euren Ehemännern, euren Frauen, euren Kindern, euren Familienmitgliedern und Mitarbeitern. (Beifall) Meine Dankbarkeit gilt all jenen, die Ihre Pflicht erfüllt haben und es euch ermöglicht haben, hier zu dienen. Sie sind gleichermaßen Teil dieses Seva. Ich segne euch alle!

25. Oktober 2015 (Vormittag) – Muddenahalli 

 

Wie können wir in unserer modernen Gesellschaft ein Gleichgewicht zwischen Spiritualität und der materiellen Welt schaffen?

 FRAGE II

Wie können wir in unserer modernen Gesellschaft ein Gleichgewicht zwischen Spiritualität und der materiellen Welt schaffen?

 

ANTWORTRT

Swami: Jeder Mensch ist unterschiedlich und hat über viele Jahre hinweg Gewohnheiten und Tendenzen in Bezug auf Aktion, Reaktion und Assoziation entwickelt. Die Welt ist wie ein großes Buffet, bei dem man sich aussucht, was man auf seinem Teller haben möchte. Die Menschen wählen je nach ihren Vorlieben und Abneigungen.

Ihr müsst entscheiden, wer ihr seid. Wenn deine Natur göttlich und voll von sāttvischen (reinen) Qualitäten ist, wirst du Dinge mögen, die sāttvisch sind. Wenn deine Natur rājasisch (aktiv, assioniert) ist, wirst du Dinge mögen, die rājasisch sind. Wenn deine Natur tāmasisch (dicht, träge) ist, wirst du Dinge mögen, die tāmasisch sind. Was du im Inneren bist, ist das, was du im Äußeren manifestierst.

Eure einzige Aufgabe besteht darin, von einem niederen Zustand in einen höheren zu gelangen. Vom Tāmasischen, das voller tierischer Qualitäten ist, müsst ihr zum Rājasischen mit seinen menschlichen Qualitäten des Handelns kommen. Vom Handeln müsst ihr zum Sāttvischen, mit seinen göttlichen Qualitäten der Hingabe und des Friedens fortschreiten. Von den tierischen Tendenzen zu den menschlichen Tendenzen und von den menschlichen zu den göttlichen – so müsst ihr voranschreiten.

Wenn also einige von euch bestimmte Dinge mögen, dann deshalb, weil sie eurem inneren Charakter entsprechen. Was ihr im Inneren seid, reflektiert ihr im Äußeren. Ihr müsst lernen, was das höchste Gut für euch ist und im Laufe der Zeit werdet ihr euch allmählich und ganz natürlich mehr dazu hingezogen fühlen.

Ihr könnt euch immer noch an der Welt erfreuen, aber die Dinge, die es wirklich wert sind, genossen zu werden, die euch helfen, rein zu werden, nur sie werden euch helfen, eure wahre Natur zu verwirklichen.

Wenn ihr einmal in diesen sāttvischen Qualitäten verankert seid, werdet ihr nichts anderes mehr wollen. Ihr müsst euren Geist ständig dahingehend ausrichten, dass ihr euch an den höheren Dingen erfreut und die niederen Dinge aufgebt.

Üben, üben, üben wird euch helfen, eure Vorlieben und Aktivitäten weiterzuentwickeln, so dass ihr immer noch in der Welt sein könnt, aber nicht mehr von der Welt seid.

Ihr werdet das Gute genießen und keinen Kummer oder Reue empfinden. Das ist möglich! Vergleicht euch nicht mit anderen, sondern konzentriert euch nur auf euer eigenes spirituelles Wachstum.

Satsang in Sai Anandam ‒ 06. August 2016 ‒ Singapur

 

Wie können Elternihre Kinder Gott nahe bringen?

 FRAGE I

Es ist der Wunsch aller Eltern, ihre Kinder Gott nahezubringen und wie alle anderen Eltern habe auch ich diesen Wunsch. Ich habe lange Zeit versucht, meine Kinder Dir näherzubringen. Mein Sohn kam zu Dir und hatte einige Themen und Erfahrungen, mit denen er nicht zufrieden war. Ich weiß, dass es in seinem Herzen immer noch schlummert, aber er hat sich irgendwie verirrt.

Und meine Tochter ist sehr mit ihrem Beruf beschäftigt. Mir scheint jedoch das Leben erst dann vollständig zu sein, wenn Eltern ihre Pflicht getan und ihre Kinder zu Gott gebracht haben. Würdest Du mich in diesem elterlichen Dilemma leiten?

 

ANTWORTRT

Swami: Das ist wahr. In welchem Alter bist du zu Gott gekommen?

Devotee: Göttlicher Vater, ich kam 1987 zu Dir.

Swami: Deine Kinder sind viel jünger, als du damals warst. Ihre Zeit wird kommen. Jeder Samen, den du säst, braucht seine Zeit um zu wachsen. Die Samen werden nicht vergeudet. Sie bleiben in der Erde und warten auf die richtige Zeit. Wenn diese Zeit gekommen ist, wird die Saat aufgehen. Was ihr als Eltern auf jeden Fall tun könnt, ist, die Samen zu säen ‒ und diese Samen werden bestehen bleiben. Bei manchen keimt und wächst er vielleicht sofort. Bei anderen kann es lange dauern, bis die Saat dann plötzlich aufgeht.

Es gibt eine chinesische Bambusgeschichte. Man sät den Samen und wartet und wartet fünf Jahre lang, aber nichts passiert. Dann, innerhalb weniger Wochen, keimt und wächst der Samen und wird zu Bambus. Das ist die eine Situation. Dann gibt es einen anderen Samen, den man einpflanzt, und schon am nächsten Tag sieht man einen Schössling.

Genauso ist die Bereitschaft bei jedem Menschen aufgrund der verschiedenen Geburten ‒ seiner samskaras ‒ unterschiedlich.

Situationen, die Zeit und die Umstände werden für alles sorgen, solange man die Samen gesät hat, aber wenn man als Eltern die Samen nicht gesät hat, was kann man dann erwarten? Es wird nichts geschehen.

Solange ihr eure Pflicht als Eltern erfüllt und die Saat gesät habt, müsst ihr die Geduld haben, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Das ist alles, was ihr tun könnt. Lasst es dabei bewenden. Betet für sie und legt die Saat in die Erde. Eines Tages wird die Saat zweifelsohne aufgehen!

Göttlicher Besuch in Toronto, Kanada – 10. bis 12. Juni 2019