mandala_1 Auszüge aus den göttlichen Reden / Februar 2024 mandala_1

Auszug aus der Rede in Muddenahalli

21. Januar 2015

Die Leelas von Lord Vishnu sind sehr seltsam, sehr einzigartig.

Sie bringen Freude in die Herzen der Devotees.

Sie sind einmalig in allen drei Welten.

Dies sind die Leelas des Herrn.

(Telugu-Gedicht)

Je nach Raum, Zeit und Umständen entscheidet der Herr, wie, wo, in welcher Form und auf welche Weise Er sich manifestieren soll, was Er tun soll und was Er tun muss.

dharma samsthapanarthaya – Er kommt, um das Dharma zu etablieren.

Welches dharma? swadharma, atma dharma, hrudaya dharma ‒ das dharma des eigenen Herzens, des eigenen Göttlichen Selbst, das darin besteht, die eigene Göttlichkeit zu verwirklichen.

Lord Vishnu hat sich zu verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten, in verschiedenen Formen nur zu diesem einen Zweck manifestiert.

Er manifestierte sich als Fisch, matsya avatar, als Schildkröte, koorma avatara und sogar als Wildschwein, varaha avatar. Er manifestierte sich als narasimha avatara, als halb Mensch und halb Löwe. Er manifestierte sich als Zwerg, als Fürst und als Krieger. Er manifestierte sich in so vielen verschiedenen Formen, um das zu tun, was Er tun wollte.

Die Anhänger Vishnus waren gerne bereit zu akzeptieren, dass Er ein Fisch war. Sie hatten kein Problem damit. Sie akzeptierten auch, als Er eine Schildkröte war. Dass der Herr eine Schildkröte wurde? Ja, aber ausschließlich um des dharma willen. Er verkörperte sich auch als ein Wesen, das halb Mensch und halb Löwe war. Habt ihr jemals von einem solchen Wesen gehört? Zumindest habt ihr einen Fisch und eine Schildkröte gesehen, aber Vishnus Anhänger haben es akzeptiert.

In einer anderen Inkarnation wurde Er, obwohl als Brahmane geboren, zu einem kshatriya. Auch das wurde akzeptiert. Im kali kalam jedoch (der Zeit von Kali, dem kali yuga) existiert der Herr, wird aber nicht akzeptiert. Welche Form, welcher Name, welcher Ort ist zweitrangig ‒ schon die Existenz des Herrn an sich wird zu aller erst in Frage gestellt.

Es war jene Zeit, in der sich der Herr manifestierte und die Herzen der devotees mit Liebe und Hingabe erfüllte, damit sie die großen spirituellen Phänomene ihrer eigenen Göttlichkeit verstehen und daran glauben konnten. Dass der nirakara paramatma (das formlose Absolute) als sakara jeevatma, d.h. mit einer Form, erscheinen kann, ist an sich schon eine große Aufgabe, aufgrund des gegenwärtigen Zeitalters.

nanavaptam avaptavyam varta eva cha karmani – es gibt nichts, was ich erlangen muss, und es gibt nichts, was ich nicht erlangt habe, dennoch handle ich. Ich tue, was ich tun muss. Um wessen willen?

yad yad acharati shreshtah tad tad evetaro janah – die Art und Weise, wie edle Menschen sich verhalten, wird vom Rest der Gesellschaft beobachtet und befolgt. Das Beispiel, das edle Menschen anderen geben, ist das, was vom Rest der Gesellschaft nachgeahmt wird.

Um ein Beispiel zu geben, manifestiert sich der Herr in irgendeiner Form, mit irgendeinem Namen, auf irgendeine Weise, um dasselbe Prinzip der Göttlichkeit zu predigen.

yato vacho nivartante aprapya manasa saha – Er kann nicht in Worten beschrieben oder vom Verstand verstanden werden. Er muss nur durch swanubhava, persönliche Erfahrung, erfahren werden. Es ist leicht für das Herz, die Erfahrung zu erkennen.

Ihr habt das nirvana shatakam sehr schön gesungen. Es beschreibt das Prinzip des ‚neti‚, das alte Prinzip der Logik in Indien.

Wie kann man Gott beschreiben? Man kann Ihn nicht beschreiben, denn Er kann nur erfahren werden.

brahmavid brahmaiva bhavati ‒ wer Gott kennt, wer Gott erfährt, wird wahrhaftig Gott. Er kann nicht darüber sprechen, wie Gott ist, denn er wird zu Ihm. Er wird in Gott aufgelöst. Er existiert nicht als getrenntes Wesen. Für eine solche Person ist es schwierig zu sagen, was Gott ist. Daher gibt es das Prinzip des „neti neti„: Dies ist nicht Gott, das ist nicht Gott“. mano, buddha, chitta, ahamkara (Geist, Intellekt, Unterbewusstsein, Ego) – das bin nicht ich.

punya, papa, dharma, artha, kama, moksha, janma, mrityu, pita, mata, bandhu, guru, mitra (Verdienst, Sünde, rechtes Handeln, Reichtum, Wunsch, Befreiung, Geburt, Tod, Vater, Mutter, Verwandtschaft, Lehrer, Freund) ‒ nichts davon bin ich. Eines nach dem anderen lehnt er ab, ist aber nicht in der Lage zu sagen, was Gott ist. Natürlich wird der Versuch in der letzten Strophe unternommen:

aham nirvikalpa“ – ich bin derjenige, der keine Eigenschaften hat. Wie kann ein Ding existieren, ohne irgendwelche Eigenschaften zu haben? Kannst du dir das vorstellen? Das ist zu schwierig!

nirakara – Ich habe keine Form. Wie sieht das Formlose aus und wie fühlt es sich an?

vibhootva cha sarvatra ‒ Ich durchdringe alles, ich umfasse alles. sarvendriyanam – Ich bin in allen Sinnen, in allen Fähigkeiten gegenwärtig. sada me samatvam ‒ Ich bin immer derselbe, ich verändere mich nie. na muktir na bandhah ‒ Ich kann weder gebunden noch befreit werden. chidananda roopah ‒ Ich bin immer bewusst. Ich bin immer glückselig.

Das ist Meine wahre Natur. Gott kann nicht gesehen werden, hat keine Eigenschaften, kann nicht beschrieben werden und existiert doch überall. Wie schwer zu begreifen!

Um den Menschen zu helfen, zu verstehen, nimmt Gott an verschiedenen Orten verschiedene Formen und Namen an, um zu lehren, wie man Ihn erfahren kann, was Er ist und was Seine Liebe ist.

 

Totonto 2019, 11. Juni (abends)