Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / März-April mandala_1

Swami, wie können wir das Problem der Lebensmittelverschwendung lindern?

 

FRAGE IV

Swami, in anspruchsvollen Bereichen nutzen Menschen oft unsere gutmütige Natur aus. Wie sollten wir uns in solchen schwierigen Situationen verhalten? Wenn wir zu nett sind, missbrauchen aus meiner Erfahrung heraus, die Menschen unsere Gutmütigkeit und behandeln uns schlecht. Wie können wir ein Gleichgewicht schaffen zwischen dem Bewahren unserer Moral und gleichzeitig nicht zuzulassen, dass uns Menschen schlecht behandeln?

 

ANTWORTRT

Swami: Solange ihr auf dieser Welt seid, ist es eure primäre Pflicht, gut zu sein. Solange ihr denkt, dass ihr gut sein müsst, solltet ihr – koste es, was es wolle – gut sein. Da ihr jedoch in einer Welt lebt, in der Menschen eure Gutmütigkeit ausnutzen können, ist Mein Rat wie folgt:

Wenn der andere Mensch aufgrund eurer Gutmütigkeit faul wird, dann macht nicht, worum er oder sie euch bittet. Wenn Eltern das Gefühl haben, dass sie ihren Kindern gegenüber mitfühlend sind, indem sie diese tun lassen, wozu die Kinder Lust haben, sind sie keine guten Eltern. Sie verwöhnen ihre Kinder.

Besinnt euch auf euer Herz und fragt es, ob das Ausführen einer Handlung dem anderen Menschen helfen oder schaden wird. Das Herz wird antworten – und ihr werdet wissen, ob ihr weitermachen sollt oder nicht. Manchmal fällt es euch vielleicht schwer, ‚Nein‘ zu Menschen zu sagen – und zwar mehr aus Gründen des Ego als aus Mitgefühl.

Ihr denkt vielleicht: ‚Ich darf nicht „Nein“ sagen, wenn jemand um etwas bittet.‘ Es ist das Ego, das euch ‚Ja‘ sagen lässt. Wenn ihr demütig genug seid und erkennt, dass es zu Problemen kommen wird, wenn ihr helft, dann solltet ihr die Demut haben, freundlich zu erklären: „Wenn ich das tue, vernachlässigst du deine Pflicht. Deshalb möchte ich es nicht tun. Ja, ich werde dir helfen, aber machen musst du es selbst.“

Wenn ihr es nett und auf freundliche Art und Weise erklärt, wird selbst ein Mensch, der im Unrecht ist, verstehen, was ihr sagt. Oftmals versuchen Menschen, andere aus Ärger heraus zu bestrafen, indem sie unhöflich zu ihnen sind – das ist jedoch nicht das richtige Verhalten.

Was auch immer der Fehler sein mag, ihr könnt ihn mit Liebe korrigieren.

Wenn ihr mit Liebe korrigiert, wird es Bestand haben, aber wenn ihr andere bestraft und barsch zu ihnen seid, wird die Korrektur nicht für lange anhalten.

Seid deshalb zuallererst gut. Ob ihr helft oder nicht helft, wird entscheiden, ob ihr euch zum Guten oder zum Schlechten entwickelt. Manchmal seid ihr gut zu einem Menschen, indem ihr nicht helft, weil er oder sie es dann selbst tun muss und dadurch selbst besser wird. Wenn ihr mehr wisst als die anderen, dann helft ihnen, es selbst zu machen und steht ihnen zur Seite – lasst sie aber keine unangemessenen Vorteile daraus ziehen.

Wenn ihr die Betroffenen nicht kennt, dann helft einfach, denn eure Hilfe sollte nicht benachteiligen oder Unterschiede machen. Wenn ihr einen Menschen kennt, fragt euer Herz und handelt entsprechend. Seid nicht barsch oder unhöflich. Selbst wenn ihr ‚Nein‘ sagen müsst, sagt es auf eine rücksichtsvolle Weise, so dass der andere Mensch es versteht.

 30. August 2015 – London, UK

 

Swami, wie können wir das Problem der Lebensmittelverschwendung lindern?

 

FRAGE III

Swami, in unserem Land werden sehr viele Lebensmittel verschwendet. Wie können wir das Bewusstsein dafür schärfen, um das Problem zu lindern?

 

ANTWORTRT

Swami: Essen ist Gott. „Annat purushah (aus Nahrung ist der Mensch entstanden)“, heißt es in den heiligen Schriften. Ohne Nahrung kann der Mensch nicht existieren. Solange man kein Mitgefühl für andere hat und deren Schmerz nicht nachempfinden kann, ist es nicht möglich, diese guten Werte zu vermitteln. Die Lösung ist wiederum die Spiritualität.

Sagt den Menschen, dass sie wenigstens für das, was sie tun, verantwortlich sein sollten, denn so viele verfügen über keine Nahrungsmittel und müssen hungern. Versucht einmal, mit leerem Magen zu schlafen, wie es die Hälfte der Welt tut. Bitte sagt ihnen das.

Wenn das bei ihnen ankommt, werden sie vielleicht Mitgefühl empfinden. Viele Menschen denken: „Ich habe Geld, also kann ich mir Dinge kaufen. Wenn ich es verschwende, ist das mein Problem.“

Die Wahrheit ist, dass sie diese Lebensmittel durch die Bemühungen vieler anderer erhalten. Das Geld gehört definitiv ihnen, aber die Erde gehört nicht ihnen. Die Erde, der Himmel und das Wasser, durch die all diese Nahrungsmittel entstehen, gehören Ihnen nicht. Daher habt ihr die Verantwortung, die Kinder anzuleiten, indem ihr diese Lehre in die Schulen tragt. Wenn die Kinder erwachsen sind, werden sie bessere Bürger sein und niemandem schaden.

Es ist sehr schwierig, die Gewohnheiten derjenigen zu ändern, die bereits erwachsen sind, denn dann sind sie wie Bäume, die krumm gewachsen sind und nicht mehr begradigt werden können. Einen kleinen Schössling kann man an einen Stock binden und ihn gerade wachsen lassen. Gleichermaßen müsst ihr Kinder unterrichten, denn der größte Teil der Weltbevölkerung sind heute Kinder. Wenn sie in den nächsten zehn Jahren alle gute Menschen werden, dann werden sich die Dinge ändern.

Versucht, die Kinder immer mehr für diese Werte zu sensibilisieren und zu lehren.

 Boston & Atlanta, USA 17. – 23. Juni 2018

 

Bruder, wenn wir Swamis Arbeit tun, tauchen so viele Hindernisse auf. Wie geht man mit der Frustration um, dass man nicht in der Lage ist, die Aufgabe zu vollenden?

 

FRAGE II

Bruder, wenn wir Swamis Arbeit tun und Swami sagt, dass es getan werden muss, versuchen wir es aufrichtig, aber es tauchen so viele Hindernisse auf. Es mag an den Menschen oder den Ressourcen liegen.

Wie geht man also mit der Frustration um, mit dem Gedanken, dass man nicht in der Lage ist, die Aufgabe zu vollenden, selbst wenn Swami gesagt hat, dass es getan werden muss?

Ich stehe vor vielen Herausforderungen und ich möchte verstehen, wie ich damit umgehen kann. Ich habe das Gefühl, dass ich früher ausgeglichener war, aber ich habe dieses Gleichgewicht jetzt verloren, und ich bin frustriert und wütend, weil ich mich verpflichtet fühle, das zu tun, was ich tun muss, es aber nicht kann. Ich bin nicht in der Lage, so viel für Swami zu tun, wie ich es möchte.

 

ANTWORTRT

Swami: Das haben wir alle schon durchgemacht. Es ist nicht einfach, denn was auch immer Swami von uns will, kann nicht von einem allein getan werden. Viele Menschen müssen sich zusammentun, um das zu tun, was Swami von uns will. Sein Weg führt vom ‚Ich‘ zum ‚Wir‘ und vom ‚Wir‘ zum ‚Er‘. Sonst hätte Er uns einfach gesagt, wir sollen in eine Höhle gehen und meditieren. Man kann Ihn auch dort finden, aber Er hat uns in eine Gesellschaft gestellt, in der wir wirken müssen. Wir müssen uns mit anderen auseinandersetzen, die alle anders sind als wir und die sich voneinander unterscheiden. Jeder befindet sich in einem anderen Stadium seines Verständnisses der Welt. Alle dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten, ist eine große Herausforderung. Ich sage nicht, dass die Ressourcen ein Problem darstellen, denn ich hatte bei Swami nie das Gefühl, dass die Ressourcen ein Hindernis darstellen. Bei so vielen laufenden Projekten findet Swami immer Seinen Weg. Irgendjemand von irgendwoher taucht immer am Horizont auf, gerade dann, wenn man kurz davor ist, aufzugeben, und dann fügt sich alles zusammen.

Aber wenn es um Menschen geht, ist es eine ganz andere Geschichte. Ihr seht, Swamis Interesse gilt den Menschen. Er hat uns oft gesagt, dass all die Arbeit, die er uns gibt, für unsere Transformation und die Transformation der beteiligten Menschen gedacht ist. Was sind Geld oder diese Projekte für Gott? Er könnte die ganze Welt mit nur einem Wort erschaffen! Glaubt ihr, dass er nicht irgendwo ein weiteres Obdachlosenheim schaffen könnte? Er kann. Das ist nicht sein Ziel. Sein Ziel ist, wie wir miteinander umgehen, wie wir uns verändern.

Er hat uns ein Beispiel gegeben: Wir hatten vor einiger Zeit Probleme mit etwas, das nicht fertig wurde. Swami rief uns an und sagte: „Es sind vier Leute daran beteiligt. Sie sind wie die vier Reifen eines Autos. Wenn ein Reifen geplatzt ist, fährt das Auto nicht mehr. Die anderen drei guten Reifen können das Auto nicht bewegen.“ Er bringt uns also alle zusammen, um uns Geduld und Verständnis zu lehren. Manchmal müssen wir um der anderen willen langsamer werden, und manchmal müssen wir uns beeilen, um die anderen einzuholen.

Das alles ist Teil von Swamis Art, uns zu lehren, wie man akzeptiert, wie man toleriert und wie man geduldig ist. Am Ende lautet die Formel: Gib dein Bestes und überlasse Ihm den Rest. Wenn dein Gewissen rein ist, dass du alles getan hast, was möglich war, und es nichts mehr gibt, was du tun kannst, dann biete es Ihm dar und sage: „Ich habe mein Bestes getan, Swami. Der Rest liegt in Deiner Hand.“ Aber angenommen, wir haben nicht unser Bestes getan, wir haben nicht genug für den anderen getan, der nicht kooperiert, nicht bereit ist, nicht mitmacht, aber dennoch ein entscheidender Teil der Arbeit ist. Dann müssen wir uns zusammensetzen, miteinander reden und der Person das Gefühl geben, dass sie ein wichtiger Teil des Teams ist, und dann weitermachen.

Auch das ist ein Teil der Arbeit. Bei Swami dreht sich alles um „Ich“, „Wir“ und „Er“. Er sagt, dass es viele Arten von Ärzten gibt. Homöopathie-Ärzte geben homöopathische Medizin, während Ayurveda-Ärzte ayurvedische Medizin geben. Swami sagt: „Mein Rezept für die Krankheiten der Welt und der weltlichen Anhaftungen ist, vom ‚Ich‘ zum ‚Wir‘ und vom ‚Wir‘ zum ‚Er‘ zu gehen.“ Wenn man dienen will und mit Menschen arbeiten muss, braucht man viel mehr Verständnis und Geduld und eine Menge Akzeptanz. Die Dinge können sich verlangsamen, aber wenn du ein reines Gewissen hast, dass du alles getan hast, was du konntest, und du dir keine Vorwürfe machen musst, dann ist es in Ordnung. Du kannst es Swami darbringen und es dabei belassen. Zu guter Letzt: Wenn du deine Lektion, die du aus dieser Aufgabe lernen solltest, gelernt hast, wirst du sehen, dass die Arbeit schon am nächsten Tag erledigt wird, mit dir, ohne dich oder sogar trotz dir.

Boston, USA Jugendtreffen – 16. Juni, 2019

 

Könnten wir jungen Leuten hier und heute ein „Ceiling on Desires“-Programm starten, um unter uns Geld zu sammeln, damit auch wir zu Deinen Projekten beitragen können?

FRAGE I

Swami, viele unserer Älteren leisten einen großen Beitrag zu Deiner Mission, wie zum Beispiel den Bau von Schulen und Krankenhäusern. Könnten wir unter den jungen Leuten hier und heute ein „Ceiling on Desires“-Programm starten, um unter uns Geld zu sammeln, damit auch wir zu Deinen Projekten beitragen können?

 

ANTWORTRT

Swami: Bei „Ceiling on Desires“ geht es nicht nur darum, Geld zu sparen, denn Wünsche sind nicht auf das Finanzielle beschränkt. Es gibt auch sinnliche Begierden und solche des Geistes und des Körpers.

In der Öffentlichkeit mögt ihr „Ceiling on Desires“ praktizieren, aber setzt ihr im Privaten, euren Wünschen wirklich eine Obergrenze? Wünscht ihr euch insgeheim Dinge, die nicht angemessen sind?

Finanzielle Einsparungen sind ein Nebenprodukt der Geisteshaltung.

Sorgt euch nicht, vergleicht euch nicht und konkurriert nicht mit dem, was die Älteren tun.
Als sie in eurem Alter waren, haben sie nicht einmal das getan, was ihr jetzt tut. Wenn ihr erwachsen seid, werdet ihr es besser machen als sie, weil ihr diese ganze Ausbildung in jungen Jahren erhalten habt.

Ja, verschwendet keine Zeit, kein Geld, keine Energie, keine Worte und, was am wichtigsten ist, verschwendet kein Leben.

Lernt die Grundlagen und führt euer Leben auf eine gute Art und Weise.

3. February 2017, Morgens – Sai Anandam, Jugend-Satsang, Singapore