mandala_1 Auszüge aus den göttlichen Reden / Mai 2024 mandala_1

Auszug aus der Rede in Muddenahalli

6. mai 2016

Gibt es jemanden, dessen Liebe süßer, erhabener und größer ist als die der eigenen Mutter? Im Wort „amma“ wird der erste Buchstabe „a“ aus der Kehle geformt und die letzte Silbe „ma“ durch das Schließen der Lippen. Alle weltlichen Wesen verehren ihre Mutter. 

(Telugu-Gedicht)

 

Verkörperungen des göttlichen ātman!

Wenn es eine Liebe gibt, die der Liebe Gottes gleichkommt, dann ist es zweifellos die Liebe der Mutter. Das Lebensprinzip in jedem Wesen entspringt der Liebe der Mutter. Die Liebe einer Mutter ist beständig und unerschütterlich. Wenn sie ihre Liebe schenkt, vergisst sie ihre eigenen Freuden, ihre Sorgen, Gewinne und Schmerzen. Ihr einziges Verlangen ist es, ihren Kindern das Beste zu bieten und sie glücklich zu machen. Eine Mutter durchlebt große Schmerzen und Mühen bei der Geburt ihres Kindes. Nach der Geburt empfindet sie bedingungslose Liebe für das Kind und all ihre Unannehmlichkeiten sind vergessen. Wahre Liebe kennt keinen Schmerz; wenn man Schmerz empfindet, ist es keine wahre Liebe.

Aus diesem Grund erklären die Veden vor allem anderen:

mātṛdevo bhava (die Mutter ist Gott). Die Mutter führt das Kind zum Vater; der Vater führt das Kind zum Guru oder Lehrer; und der Lehrer führt das Kind zu Gott. Um also das höchste Ziel der Gottesverwirklichung zu erreichen, ist die Grundlage die Liebe und Anleitung der Mutter.

Ob es Mutter Maria (die Mutter von Jesus), Putlibai (die Mutter von Mahatma Gandhi) oder Eswaramma (die Mutter von Bhagawan Sri Sathya Sai Baba) war – aufgrund ihrer tiefen Hingabe an Gott wurden sie alle damit gesegnet, die Mütter von Kindern mit göttlichen Eigenschaften zu sein. Diese Mütter waren einfach und bescheiden. Sie besaßen keine akademischen Abschlüsse; stattdessen waren sie in die umfassende Lehre der Hingabe an Gott vertieft.

Eswaramma war ständig in pūjā (Verehrung) und in die Anbetung Gottes vertieft. Sie war die erste Teilnehmerin jeder andächtigen Feier. Sie unterbrach all ihre Arbeit, um zu beten, und kehrte erst danach nach Hause zurück. Swamis Vater war oft verärgert über sie. Er sagte manchmal zu ihr: „Du bist nicht bei klarem Verstand. Du gehst ständig hier und dort hin, um zu beten. Wer wird sich um die Familie kümmern?“

Sie antwortete: „Derjenige, der sich um alle kümmert, wird sich auch unserer Familie annehmen. Es ist meine Pflicht, mein Dharma, zu beten. Nur durch Gottes Gnade können wir so komfortabel und glücklich leben. Wir dürfen Gott nie vergessen.“

Eswaramma liebte nicht nur Swami, sie liebte jeden. Sie begegnete allen mit liebevoller Fürsorge und schickte sie zu Swami, um seinen Segen und seine Führung zu erhalten. Oft war die Menschenmenge in Eswarammas Haus größer als im Mandir! Jeder, der ins Dorf kam, suchte sowohl Eswarammas als auch Swamis darśana, um ihre Lehren und Segnungen zu erhalten.

Ihr einziges Bestreben war es, alle zu lieben und allen zu dienen – „Love All, Serve All“ war ihre Lebensphilosophie.

Einmal fragte Swami Mutter Eswaramma: „Was kann ich dir geben?“

Sie sagte: „Ich will nichts für mich selbst. Aber die Kinder von Puttaparthi (dem örtlichen Dorf) müssen weite Strecken zur Schule gehen. Wenn du hier eine kleine Schule baust, werde ich glücklich sein.“

Swami sagte: „Ich werde auf jeden Fall eine Schule gründen, aber wo soll ich sie bauen?“

Sie sagte: „Wir haben ein kleines Stück Land in unserem Hinterhof. Das werden wir für die Schule zur Verfügung stellen.“

Durch ihr Opfer wurde an diesem Tag der Samen der spirituellen Bildung gesät. Dieser Samen ist nun zu einem großen Baum der Bildung herangewachsen, der Tausenden von Kindern in Indien und im Ausland kostenlose Bildung bietet. Wenn eine Person ein Opfer bringt, wird Gott vielen anderen grenzenlose Gnade und Segen schenken.

Viele Mütter glauben, dass ihre Kinder nur ihnen allein gehören. Solches Denken ist nicht richtig. Eine Mutter sollte ihrem Sohn oder ihrer Tochter sagen: „Du gehörst nicht nur mir, du gehörst auch der ganzen Nation. Diene der Nation und der Gesellschaft.“

Mütter wie Eswaramma, die so große Hingabe an Gott, selbstlose Liebe und ein Gefühl von tyāga (Opfer) haben, sind sehr selten zu finden. Jede Mutter sollte sich wie ein göttliches Wesen verhalten. Entwickle diese selbstlose Liebe und Opferbereitschaft, im Wissen, dass jeder ein Teil von dir ist.

6. Mai 2016, Eswaramma Tag Feier, Muddenahalli