Saiprakashana Buchclub

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mandala_1 Fragen und Antworten / Mai-Junimandala_1

Helfen uns unsere Gewohnheiten und die Art und Weise, wie wir unser Leben führen, dabei, unser Ziel zu erreichen?

FRAGE II

Helfen uns unsere Gewohnheiten und die Art und Weise, wie wir unser Leben führen, dabei, unser Ziel zu erreichen? Oder dienen sie nur dazu, uns zurückzuhalten?

 

ANTWORTRT

Swami: Der Mensch ist so konzipiert, dass er zu einem Zeitpunkt ein Tier und zu einem anderen Gott sein kann. Er kann in einem Moment ein Vogel sein und in einem anderen ein Fisch. Er wurde mit der Macht erschaffen, alles zu werden, was er will. Aber die Menschen nutzen diese Macht oft nicht, weil sie nicht erkennen, dass so viel Macht vorhanden ist.

Stellt euch einen Moment lang einen großen Elefanten vor, der mit einer kleinen Kette gefesselt ist. Glaubt ihr, der Elefant kann diese Kette nicht zerreißen? Wenn er riesige Baumstämme heben kann, kann er dann nicht auch eine kleine Kette zerreißen? Das ist eine Frage der Gewohnheit. Ihr denkt, dass ihr die Kette nicht zerreißen könnt, weil ihr glaubt, dass es nicht möglich ist. Ihr habt euch selbst diese Beschränkungen auferlegt.

Es gab einmal einen Kaufmann, der seine Waren in eine andere Stadt brachte, um sie zu verkaufen. Er ritt zu Pferd und trug alle Waren, die er verkaufen wollte. Da die Reise sehr lang war, ruhte er sich unter einem Baum aus und band das Pferd an den Baum, während er ein Nickerchen machte. Eines Tages vergaß er jedoch, das Seil zum Anbinden des Pferdes mitzunehmen. Er war müde und wollte sich ausruhen, aber er hatte Angst, dass das Pferd weglaufen würde, wenn er es nicht anband. Er überlegte, was er tun sollte.

Da kam ein heiliger Mann vorbei und sah, dass der Kaufmann beunruhigt war. „Warum bist du so besorgt?“, fragte der Mann den Kaufmann.
Der Kaufmann antwortete: „Jeden Tag binde ich mein Pferd an diesen Baum und ruhe mich aus. Aber heute habe ich das Seil, mit dem ich es festbinden wollte, nicht dabei. Ich habe es zu Hause gelassen. Was soll ich tun?“
Der Weise antwortete: „Mach dir keine Sorgen. Tu einfach so, als würdest du das Seil um dein Pferd und an den Baum binden, und leg dich schlafen. Das Pferd wird nirgendwo hingehen.“

Der Mann befolgte diesen Rat und tat so, als würde er das Pferd an den Baum binden und schlief dann friedlich ein. Als er aufwachte, war das Pferd noch da, und der Mann war sehr glücklich. Da er seine Reise fortsetzen musste, stieg er auf das Pferd und sagte: „Komm schon, Pferd, beweg dich.“ Aber das Pferd wollte sich nicht bewegen. So sehr er sich auch bemühte, das Pferd wollte sich nicht bewegen. Der Weise kam wieder vorbei.

Der Kaufmann sagte: „Jetzt habe ich ein anderes Problem. Mein Pferd bewegt sich nicht.“
Der Weise fragte: „Hast du das Seil losgebunden?“
Der Händler antwortete: „Es gibt kein Seil!“
Der Weise sagte: „Das ist es, was du denkst, aber dein Pferd denkt anders. Das Pferd denkt, es sei noch angebunden. Wenn du das Seil nicht losbindest, wird es sich nicht bewegen. Also geh, tu so, als würdest du das Seil losbinden, und dann wird sich das Pferd bewegen.“

Der Kaufmann tat, wie ihm geheißen, und das Pferd begann zu traben. Es gab weder ein Seil noch war es an einen Baum gebunden, aber das Pferd war so daran gewöhnt, angebunden zu sein und losgelassen zu werden, dass es den Unterschied nicht erkennen konnte.

Ihr seid alle wie dieses Pferd. Ihr habt euch darauf konditioniert zu denken, dass bestimmte Dinge nicht möglich sind. Auf diese Weise habt ihr euch selbst Beschränkungen auferlegt.

Was also tut Gott? Er kommt wie dieser Heilige und tut so, als ob er euch zusätzliche Kraft oder Ratschläge geben würde. Ehrlich gesagt, tue ich nichts für irgendwen. Ich versuche nur, diese Unwahrheiten, mit denen ihr lebt, zu beseitigen. Ich bin nur die Reflexion, die Reaktion und der Widerhall. Ich nehme an nichts teil; ich bin einfach nur ein Zeuge von allem. Ihr seid es, die alles tun.

Ihr habt euch alle mit diesem imaginären Seil gefesselt, weil ihr denkt, dass ihr nur menschliche Wesen mit Begrenzungen seid, während ich hier bin und so tue, als ob ich das Seil losbinden würde. In Wirklichkeit gibt es kein Seil. Ihr seid alle Opfer eurer eigenen Gewohnheiten.

Wie ihr denkt, so werdet ihr. So wie ihr Gewohnheiten entwickelt, könnt ihr sie auch wieder loswerden, sie verlernen. Fangt zuerst bei euch selbst an. Die anderen werden sich ändern, wenn sie auf euch schauen.

Es ist nicht wahr, dass Dinge, die auf eine bestimmte Art und Weise geschehen sind, nicht geändert werden können. Ihr könnt sie ändern! Ihr seid es, die verändert und in eure göttliche Essenz verwandelt werden müssen.

 

 

Ist es in Ordnung, mantren dann zu rezitieren, wenn ich ins Büro fahre oder mittags zurückkomme?

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FRAGE I

Swami, wie unterscheiden wir zwischen Erleben und Vorstellung?

 

ANTWORTRT

Swami: Wenn du dir vorstellst, dass du etwas isst, wird sich dein Magen dann füllen? Du kannst es dir vorstellen, aber dein Magen wird leer bleiben. Nur das Essen kann deinen Magen füllen. Ähnlich ist es, wenn du dir spirituellen Fortschritt nur vorstellst, dann wird dein Geist nicht friedvoll sein. Dein Herz wird die Glückseligkeit nicht erfahren. Wenn du spirituellen Fortschritt wirklich erlebst, wird dein Herz die Glückseligkeit erfahren und dein Geist wird ruhig. Das kann man nicht durch Vorstellung erreichen man muss es erleben.

Wie unterscheidest du zwischen Vorstellung und Erfahrung?
Vorstellungskraft ist sehr oberflächlich und kurzlebig. Du kannst dir vorstellen, dass du Chapati isst. Du kannst dir vorstellen, dass du Kuchen isst aber wenn kein Chapati oder Kuchen in deinem Magen ist, wirst du in dem Moment, in dem du deine Augen öffnest, die Wahrheit erkennen.

Wenn du die Wahrheit erfahren hast, wird sie dir für immer in Erinnerung bleiben.

11. Mai 2015 Morgensitzung | Kodaikanal